Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Beitragvon Fritz » So 25. Nov 2018 10:09

- Die Methoden der Hundeflüsterer -

Hallo,
da ich als Welpen-Halter auch mit verschiedenen Möglichkeiten der Hundeerziehung experimentiere,
sind mir die großen Unterschiede der bekannten Hundeflüsterer aufgefallen.
Man kann sagen,
die Methoden und die Philosophien in der Hundeerziehung sind oft sehr gegensätzlich.

Ein Hundetrainer, der auch mit Druck arbeitet, wie Cesar Millan, wird sogar oft angefeindet .

Martin Rütter versucht es mit Komik.


Doch was meint Ihr dazu,
wenn manchmal, weitgehend auf jede Konditionierung verzichtet wird ?

Daniela Rüegg , oder Maike Maja Nowak,verzichten auf Dressur, sie versuchen über die Hundesprache mit ihren Hunden zu kommunizieren und unterscheiden verschiedene Hundetypen und deren Stellung bei den Hunden.

Es geht mir nicht um Werbung
Natürlich kann ich nicht erwarten, daß Ihr alle Videos anseht ,
doch hier kann man einen guten Eindruck bekommen.

https://hundetrainerin-daniela-rueegg.c ... stellungen

https://www.youtube.com/watch?v=NEhcMA-5bnA

https://www.youtube.com/watch?v=J2rDuTV0TxM

https://www.youtube.com/watch?v=xZkRKnFntos

https://www.youtube.com/watch?v=U2hcwhtx58g




Der Hundeschweiger Bernbard Kainz sagt,
Auslastung und Beschäftigung ist lebensverkürzend und Stress fördernd für einen Hund,
Kommandos sind unnötig und ein Fehler.
Positive Führungsautorität und leichter Leinenimpuls genügen zur Beruhigung und Kommunikation,
doch die Konditionierungstraining mit stopfen von Leckerlis, gehört in einen Zirkus und Hundesport.

https://www.youtube.com/watch?v=XqV7ovQtwY0

https://www.youtube.com/watch?v=iPULdL5RaT0

https://www.youtube.com/watch?v=sAoqgnVYnW0


Welche Meinung habt Ihr, welche Philosophie bei der Erziehung ist die beste :?: :?:

Fritz.
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Re: Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Beitragvon Usostus » So 25. Nov 2018 15:37

Fritz,

ich hab mir die Videos jetzt nicht angesehen, lese aber selber sehr viel über Hundeerziehung und den Hund im allgemeinen. Meiner Meinung nach kann man sich von allen Erziehungsmethoden etwas gutes raussuchen und situationsbedingt anwenden.
Da hätten wir Herrn Rütter, den ich recht amüsant und unterhaltsam finde. Seine Erziehungsmethoden habe ich mir aber noch nicht wirklich zu Gemüte geführt, kann dazu also nix sagen.
Cesar Milan finde ich teilweise nicht schlecht, allerdings mag ich seine teilweise grobe Art nicht wirklich. Dieses auf den Rücken werfen der Hunde, um damit den Hund zur Unterwerfung zu zwingen finde ich eher grenzwertig. Auch dieses Hochgezerre an der Leine, damit der Hund nicht alles anpöpelt, ist definitiv nicht die optimale Lösung. Genauso das Laufband....das ersetzt nie eine Gassierunde. Wenn die Leute ihre Hunde nicht draußen bewegen wollen, sollten sie es lieber ganz lassen.
Und Maja Nowak....die steht bei mir auf ner schwarzen Liste....die ist eine Untergebene dieser Frau Ertel. Diese ganze Rudelstellungs-Maschinerie ist absoluter Hokuspokus. Da werden Hunde abgegeben und getauscht, weil sie angeblich nicht ins Rudel passen....alles diktatorisch und kaltschnäuzig.
Ich lese mich momentan durch den Blog von Katarina von der Leyen....amüsant und locker geschrieben, da steckt viel Herz zum Hund drin und für mich gut nachvollziehbar und logisch.
Und wenn ein Herr Kainz meint, dass Auslastung und Beschäftigung für den Hund lebensverkürzend ist, dann finde ich das auch merkwürdig. Ich habe einen Hund, um mit ihm etwas zu unternehmen, mit ihm zu reden, ihn zu beschäftigen. Ich meine, der Hund ist in vielen Jahren domestiziert worden und hat schon immer eine Aufgabe erfüllt....gejagt, gehütet, bewacht....dafür ist er da. Das alles macht der heutige Hund nur noch selten, würde also im Haus oder der Wohnung nur noch als Deko in der Ecke liegen. Ob das lebensverlängernd ist, wage ich auch zu bezweifeln.
Usostus
 
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Re: Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Beitragvon Bordeaux » Mo 26. Nov 2018 16:41

Hallo zusammen,

zunächst mal, kenne ich die Sendungen der Hundeprofis und schaue auch beiden Tiertrainern gerne zu (Rütter und Milan).

Martin Rütter versucht ja nicht direkt mit Komik die Hunde (oder Halter) zu erziehen, er macht halt nebenbei eine Comedy-Show und bringt vielleicht öfter mal einen witzigen Spruch.

Die Videos habe ich noch nicht gesehen, werde sie mir aber in nochmal in Ruhe anschauen. Von dem was ich überflogen habe, hat mir bisher alles sehr gut gefallen. Ich denke nicht, dass es die eine richtige Methode zur Erziehung gibt.

Man darf auch nicht vergessen, dass bei den gezeigten Tieren irgendwann in der Erziehungsphase bereits eine Menge falsch gelaufen ist, deswegen rücken die Hundetrainer ja überhaupt erst an. Ich möchte behaupten bei Cesar treten häufiger schlimmere "Problemfälle" auf, als bei Martin.

Bei Cesar geht es um Dominanz und bei Martin ist es meistens der Hundebeutel, der alle Probleme löst.
So unterschiedlich die Methoden auch sind, letztendlich führen sie (fast) immer zum Erfolg. Ich war anfangs richtig geschockt, als ich die "Tritt-in-die-Seite-Methode" von Cesar Milan gesehen habe. Aber inzwischen muss ich sagen, dass es teilweise einfach die beste Methode ist (in der entsprechenden individuellen Situation). Die Hund-auf-den-Boden-Wurf Methode ist eine Methode, die er nur bei sehr dominanten Hunden anwendet, sehr aggressiven Hunden und dadurch entstehen keine Schmerzen für den Hund. Da hat es bisher keine Situation gegeben, wo ich mir gedacht habe, das hätte man jetzt auch sanfter machen können, o.ä.

Den amerikanischen Trend, den Hund aufs Laufband zu packen, finde ich auch ganz schlimm. Der Hund muss raus und riechen, das powert ihn genauso aus, wie das Laufen selbst.

Muss mir die Videos nochmal im Detail angucken. Die Menschen beschäftigen sich in letzter Zeit immer mehr mit dem Thema "richtige Hundeerziehung", (aus wirtschaftlichen Gründen natürlich auch) seitdem Martin Rütters Sendung im Fernsehen läuft. Früher hatte doch irgendwie jeder Mensch seine eigenen Ideen und Vorstellungen der Hundeerziehung und die waren einfach richtig. Es kommt auf den Hund an, aber ich denke auch in jeder Methode gibt es Maßnahmen, die man individuell anwenden kann. Da ist bestimmt auch viel Quatsch dabei, es einzig und allein über die Hundesprache zu versuchen, ist wahrscheinlich auch nicht der richtige Weg. Aber ich weiß es nicht 100%, vielleicht ist das auch das non plus Ultra.

Grüße
Bordeaux
 
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Re: Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Beitragvon ABN » Mo 26. Nov 2018 17:59

Fritz hat geschrieben:Doch was meint Ihr dazu,
wenn manchmal, weitgehend auf jede Konditionierung verzichtet wird ?

Die Überzeugung, dass man Hunde konditionieren kann und muss ist inzwischen überholt. Hunde sind intelligente Lebewesen, die imstande sind Dinge zu lernen, genauso wie wir. Die Art wie sie lernen ist anders. Natürlich können sie auch konditioniert werden (so wie wir!), man soll aber nicht glauben, dass das was konditioniert worden ist wie auf Knopfdruck funktioniert!
Egal wie zuverlässig ein Hund auch ist, es gibt z.B. keinen 100% Rückruf! Hunde haben andere Sinne, andere Interessen und eine eigene Persönlichkeit. Man kann nie 100% sicher sein, dass der Hund kommt wenn er gerufen wird. Maximal 98%. Und auch von Tagesauffassung abhängig ist ein und derselbe Hund nicht jeden Tag gleich folgsam.

Fritz hat geschrieben:https://hundetrainerin-daniela-rueegg.c ... stellungen
https://www.youtube.com/watch?v=NEhcMA-5bnA

Daniela Rüegg war mir unbekannt … da war ich glücklicher! Sehr fantasievoll!

Fritz hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=J2rDuTV0TxM
https://www.youtube.com/watch?v=xZkRKnFntos
https://www.youtube.com/watch?v=U2hcwhtx58g


Wie Usostus schon gesagt hat, auch Maja Nowak mit ihrer Rudelstellung-fantasie und die Hundetauschempfehlungen, die daraus entstehen … eine Schande! Hier ist übrigens etwas Lesenswertes über Rudelstellung: http://rudelstellungen-klargestellt.de/?p=14

Was Maja Nowak in diesen Videos zeigt, sind nichts anderes als sogenannte „Body Blocks“ und sie sind nicht ihre Erfindung. Wenn du dich vor einen Mensch oder Hund stellst, ihn anstarrst und den Weg blockierst brauch man keinen Dolmetscher zu verstehen, dass du ein Verbot ausdrückst.

Fritz hat geschrieben:Der Hundeschweiger Bernbard Kainz sagt…

Man schaut sich seine Webseite an und das Erste was man sieht ist ein Buch: „Projekt Rudelführer“ … Jede Menge Theater um teures Geld.

Roman Schröck habe ich auch nicht gekannt, scheint aber ein Cesar Millan Anhänger zu sein.

Was alle diese Leute gemeinsam haben ist die Überzeugung, dass es eine Rudelstellung gibt und dass Hunde dominiert werden müssen. Sie lehnen Sport ab. Warum? Sport richtig gemacht (ich meine NICHT Turniersport) ist nichts anderes als ein gut strukturiertes Spiel. Dadurch lernen Hund und Mensch einander besser kennen, besser zu kommunizieren und gemeinsam Spaß zu haben. Das fördert Bindung, Beziehung, Kommunikation, Freundschaft … und der Hund wird folgsamer!

Kompetente Forscher sind: Gansloßer, Feddersen-Petersen, Bekoff, Bradshaw, Bloch
Als Trainer mag ich Ziemer & Falke, Baumann, Bloch

Ein Hund bracht weder Dominanz noch Gewalt. Alles was er will ist Sicherheit, Geborgenheit und Freundschaft.

VG, Anna
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Re: Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Beitragvon Usostus » Mo 26. Nov 2018 20:07

Danke Anna....der letzte Satz von dir bringts genau auf den Punkt! :D
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Re: Unterschide in den Methoden bei Hundeflüsterer

Beitragvon Fritz » Fr 30. Nov 2018 00:14

Hallo,
ob Rudelführer oder nicht, Hunde, besonders Arbeitshunde sind dafür gezüchtet worden,
unsere Anweisungen zu befolgen und dieses manchmal auch auch mit großer Hingabe
und Begeisterung. Die Anlagen und Instinkte der wölfischen Vorfahren, haben sich verbunden
mit neu erworbenen Fähigkeiten, durch die unsere Hunde sich als ganz besondere Partner der Menschen auszeichnen. Die Hunde sind als einzige unserer Haustiere in der Lage,
menschliche Gestik, Mimik so wie auch Laute zu verstehen,
und gehen auch eine stärkere Verbindung mit ihren Menschen ein, als mit Artgenossen. :P

Jetzt, auch in unserer urbanen Umwelt, müßen Hunde wieder neuen Anforderungen
entsprechen und dürfen z.B. möglichst keine Ängste oder Aggressionen zeigen.
Hunde die schwer lenkbar und schlechten Gehorsam zeigen, können auch nur wenige Freiheiten
bekommen. Die neuen Hundegesetze und Verordnungen macht die Haltung auffälliger Hunde
immer komplizierter und verbindet dieses mit immer größer werdenden Sanktionen. :? :o

Ich denke es ist für Uns heute notwendig, einen Hund möglichst gut zu sozialisieren
und zu Erziehen, damit Wir ein möglichst großes Vertrauen zu ihm haben können,
um ihm die größt mögliche Freiheit zu gewähren :!: :!:

Ich suche natürlich für die gute Erziehung, den besten Weg,
aber entscheidend ist doch das beste Ergebnis und ein perfekter, gehorsamer Hund,
der möglichst jeder Situation gewachsen ist.
Auch wenn es für manche Menschen nicht immer der ideale Methode
einer Erziehung entspricht, kann ich mir Hundeerziehung ohne Konditionierung
nicht vorstellen. :roll: :roll:

Es gibt ja leider für die meisten Hundehalter bei uns, nicht die Wahl ,
seine Hunden, ohne Erziehung ein freies, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen,
es sei denn, die Hunde werden dauerhaft,
wie im Zoo, in einem Freigehege gehalten. :|

Ich bin aber optimistisch,darum glaube ich, Hunde sind sehr anpassungsfähig und
werden sich auch mit den neuen, urbanen Bedingungen arrangieren können. :P

Fritz.
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