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Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2019 09:03
von Fritz
Hallo,
sehen manche Hunde Menschen als Sexualobjekt an, oder was bedeutet es ,
wenn Hunde ihre Menschen bespringen, sich am Bein ihrer Halter fest klammern
und versuchen sexuelle Handlungen auszuüben ?
So etwas kann man nicht nur bei Rüden beobachten , sondern auch bei Hündinnen kommt es vor.
Besonders unangenehm wird es aber, wenn der eigene Hund so etwas bei fremden Menschen versucht,
oder auch Kinder betroffen sind.

Natürlich läßt sich ein gehorsamer Hund meistens auch schnell wieder davon abbringen,
doch ist man als Hundehalter nicht immer gleich bereit , um schnell genug eingreifen zu können.

Aber warum verhalten sich manche Hunde so ,
ist dieses tatsächlich immer ein Dominanzverhalten,
oder ist dieses Verhalten doch eher sexuell bedingt ?

Was soll man machen ?
Unbedingt versuchen es zu unterdrücken ,
oder dem Hund auch hierbei, ruhig manchmal die Freiheit lassen ?

Fritz

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2019 14:37
von BalusFrauchen
Das ist klassisches Dominanzverhalten, ich unterbinde das immer wenn unser Hund es versucht bei Freunden, die zu Besuch sind.

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2019 15:40
von GrubiHans
Ich kann mir dieses Verhalten auch nicht zu 100% erklären. Wenn mein Hund beginnt fremde Menschen zu bespringen, dann unterbreche ich ihn immer dabei. Es ist in meinen Augen unverantwortlich, seinen Hund solche Sachen ohne Grenzen machen zu lassen. Von anderen Hundebesitzern würde ich auch erwarten, dass sie Ihre Hunde unter Kontrolle halten.

Aber grundsätzlich interessante Frage: Mich würde es auch interessieren, was diesen Trieb im Hund auslöst :)

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2019 10:44
von admin
Das Stichwort Dominanzverhalten ist ja schon gefallen. Hunde machen das, um körperliche Überlegenheit zu demonstrieren (teils mit einer großen Portion Größenwahn :D ). Da man grundsätzlich nicht möchte, dass Hunde Menschen dominieren, sollte man es unterbinden.

Es ist auch stark abhängig vom geistigen und körperlichen Zustand des Hundes. Wenn sich ein Hund allen und allem überlegen fühlt, macht er / sie das wie Muskeltraining, teils mit nicht lebenden Objekten (Plüschtiere z.B.).

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Do 23. Mai 2019 03:40
von Fritz
Hallo,
nun gibt es hier ja eine große Mehrheit,
die jedes Aufspringen, immer nur mit Dominanz interpretiert,
doch trotzdem scheint mir, es gibt dabei offensichtlich auch einen sexuellen Aspekt .

Wie kann ein Hund aber Dominanz empfinden, wenn er manchmal auch unbelebte Objekte wählt
und dabei auch offensichtlich sexuelle Gefühle und Reaktionen zeigt ?

Sehen Hunde den Menschen wirklich immer als Artgenossen an,
die sie dann in ihrem Verhalten als Rudeltiere auch dominieren wollen ?

Ist diese gängige Vorstellung über Rangordnung und Dominanz,
welche oft, überall, in jede Mensch - Hund Interaktionen hinein interpretiert wird,
wirklich so richtig ?

Immer, überall wird diese Dominanztheorie bemüht ,
egal ob ein Hund nun einen Menschen bespringen will ,
ob er knurrt, wenn im ein Knochen weggenommenen wird,
oder er schnell ,noch vor seinen Menschen aus der Haustür springen möchte .

Haben Hunde ein Rangsordnungsbewußtsein gegenüber dem Menschen
und muß darum jeder Hundehalter mit seinem Hund um diese Dominanz
mit Hilfe von Privilegienbeschneidungen kämpfen ?

Oder ist der Hund ein Konditionierungsobjekt ,
welchem jeder Hundehalter seine Regeln übertragen kann ?

Was ist nun der Mensch,
in der Vorstellungswelt von unseren Hunden eigentlich wirklich ?

Fritz.

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Fr 24. Mai 2019 15:24
von ABN
Hallo,

Das Verhalten, das du beschreibst („ihre Menschen bespringen, sich am Bein ihrer Halter fest klammern …“) hat weder mit Sex noch mit Dominanz zu tun!

Ein Mensch ist für einen Hund kein „Sexualobjekt“! Wir sind Artfremd, Hunde sehen uns nicht als Artgenossen und wollen uns nicht dominieren! Forscher haben schon vor über 30 Jahren angefangen an das Dominanz-Märchen zu zweifeln. Leider weiß Otto-normal-Hundehalter meist nichts über die Forschungsergebnisse. Die Gründe sind unterschiedlich. Viele Leute glauben, dass sie keine Publikationen lesen brauchen (wozu?), andere glauben an selbsternannten Hundegurus … die selber glauben sie hätten so viele Hunde trainiert, dass sie eh alles wissen …

Warum Hunde auf andere Hunde reiten ist nicht vollständig geklärt (https://www.easy-dogs.net/home/blog/der ... ekoff.html - das ist ein Artikel von Marc Bekoff).

Das was du beschreibst ist meistens eine Übersprunghandlung: der Hund ist nervös, überfordert, unsicher, will Aufmerksamkeit … hat rein gar nichts mit Dominanz zu tun!
Beispiele sind was BalusFrauchen und GrubiHans sagen: ihre Hunde reiten auf Freunde und Fremde! Der Hund hat gelernt, dass er so ganz bestimmt die Aufmerksamkeit seiner Menschen bekommt. Statt das Verhalten zu unterbinden, es ist besser vorausschauend zu handeln: z.B. man gibt dem Hund eine Aufgabe – kann auch ein einfaches SITZ sein.

admin hat geschrieben: Wenn sich ein Hund allen und allem überlegen fühlt, macht er / sie das wie Muskeltraining, teils mit nicht lebenden Objekten (Plüschtiere z.B.).

Das ist wirklich … lustig? Nein, Fittness training/Bodybuilding ist das sicher nicht! Wenn Hunde aber sehr oft auf alle mögliche Objekte reiten, dann ist es sehr wahrscheinlich eine zwanghafte Gewohnheit (wie Schwanz jagen) und dabei hat der Hund selbst keine Freude. Extra geistige und körperliche Beschäftigung könnte hilfreich sein.

Zu Dominanz.
Ein Hund, um sich wohl zu fühlen, braucht klare Regeln und Sicherheit. Er braucht einen Mensch dem er sich anvertrauen kann. Wenn der Mensch ihn diese Sicherheit nicht geben kann, wenn der Hund nicht überzeugt ist, dass sein Mensch imstande ist die richtige Entscheidungen zu treffen DANN fühlt er sich verpflichtet selber die – aus Hunde Sicht! -nötige Entscheidungen zu übernehmen. Das entstehende Chaos wird oft als Dominanz missinterpretiert.

VG, Anna

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Sa 25. Mai 2019 13:50
von Gandalf
Ich sehe das ähnlich wie ABN.
Aufreiten beim Menschen ist eher eine Übersprungshandlung, Hunde machen das bei Stress, Angst, Unsicherheit, wenn sie nervös und überfordert sind.
Eigentlich ist das dann ein Hilferuf des Hundes an seinen Halter/Besitzer

In den seltesten Fällen ist Dominanz im Spiel.
Und schon gar kein sexuelles Verhalten gegenüber dem Menschen.

Ich sehe das Verhältnis zwischen Hund und Mensch als Symbiose an.
Es ist auch tatsächlich total egal, ob der Hund zuerst aus der Türe geht.
Knurren dürfen meine Hunde auch, knurren gehört zur Kommunkation.

In einem wirklichen Rudel gibt es natürlich immer Hunde, die "herrschen", aber das sind sehr souveräne Hunde, die haben es nicht nötig, Dominanz zu zeigen oder anzuwenden.
Sie drücken auch immer wieder "ein Auge zu" und müssen auch nicht gleich etwas "klären", vieles geht über den Blickkontakt und die Körperhaltung

Bei meinen eigenen Hunden habe ich aber niemals eine starre bzw.feste "Rudelführung" erkennen köennen

von Fritz
Haben Hunde ein Rangsordnungsbewußtsein gegenüber dem Menschen
und muß darum jeder Hundehalter mit seinem Hund um diese Dominanz
mit Hilfe von Privilegienbeschneidungen kämpfen ?

Eigentlich haben die Hunde kein "Rangordnungsbewusstsein" gegenüber dem Menschen (artfremd), ist der Mensch souverän, beide haben Respekt voreinander, die Bindung und die ganze Beziehung ist gut,wird kein Hund nach der Weltherrschaft streben.

Re: Sehen Hunde auch Menschen als Sexobjekt?

BeitragVerfasst: Sa 25. Mai 2019 16:32
von ABN
@Gandalf
Genauso ist es
VG, Anna