Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Fritz » Fr 26. Jul 2019 13:11

Hallo,
immer häufiger treffe ich auf Hunde mit dem Merle - Faktor ,
eine Mutation , die auch auf die Fell-Färbung Einfluss nimmt und unregelmäßige weiße ,
wie graue Fellbereiche entstehen lässt,
aber auch die Augen können von Farbveränderungen betroffen sein .

Diese farblichen Veränderungen mögen vielleicht interessant aussehen ,
aber leider können Hunde mit dieser Mutation auch krankhafte Veränderungen haben,
taub und blind sein , oder in ihrer Entwicklung zurück bleiben und schon frühzeitig sterben.
Besonders Welpen , bei denen beide Elterntiere von dieser Mutation betroffen waren,
sind von solchen ungünstigen gesundheitlichen Auswirkungen betroffen.

Ich denke, man sollte die gezielte Zucht mit einem solchen krankmachendem Gendefekt,
nur aus rein ästhetischen Beweggründen nicht unterstützen,
jeden potentiellen Hundekäufer aufklären und von dem Erwerb
eines vom Merle- Gen betroffenen Tier warnen !

Leider gibt es schon eine lange Liste von Hunderassen, bei denen das Merle - Gen
durch Züchter immer weiter verbreitet wird ,
weil diese sich durch die auffällige und unnatürlich bunte Farbveränderung
einen gewinnbringenden Absatz solcher Hunde versprechen.

Trauriger weise haben solche Hundezüchter auch noch zunehmenden Erfolg
und die Zahl der Hunde mit krankmachenden Farben und Formen nimmt immer weiter zu.

Ich habe das Gefühl, auch Hunde wie Mops , Englische Bulldogge , usw.
stehen am Rande der Qualzucht , aber erfreuen sich trotzdem
in weiten Kreisen bei Hundehalter einer zunehmenden Beliebtheit,
es gibt aber kaum eine Instanz , welche sich ernsthaft um diesen Missstand schert .

Mir scheint auch, hier im Forum gibt es wohl viele Menschen die alle Tiere
vor schlechten Haltungsbedingungen retten möchten ,
doch es kümmert sie kaum, wenn ihre eigenen Tiere weniger agil , oder gar krank sind ,
durch einen verhängnisvollen, und falschen züchterischen Einfluss !

Fritz.
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon admin » Mi 31. Jul 2019 12:08

Hallo,

da kann ich nur zustimmen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich zuletzt einem entsprechenden Passanten einfach nur "Da haben Sie aber einen schönen Merle" gesagt habe. Klar liegt mir da was auf der Zunge. Nur denke ich mir dann auch: wir alle handeln größtenteils oberflächlich und hinterfragen nicht bei jedem Kauf alle Umstände wie das Produkt (hier ein Lebewesen) zustande kam. Diese Zeit fehlt oft. Manch einer gräbt tiefer, andere gar nicht.

Vorwürfe erhebe ich weniger gegen die Besitzer eines lieb gewonnenen Hundes. Die Züchter stehen in der Verantwortung und mehr noch der Tierschutz, der Gesetzgeber. Das Stichwort ist "Qualzucht". PETA hat dazu einen Artikel.
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Fritz » Do 1. Aug 2019 12:44

Hallo,
ich halte es für großen Unfug, jedwede Form einer Mutation ,
ohne einen vernünftigen Grund weiter zu vermehren ,
wenn diese keinen Vorteil für die Tiere tat.

Es ist unnötig, wegen irgendwelcher skurrilen ,
Form- oder Farbveränderung , an denen nur einige Menschen Interesse haben,
krankhafte DNA immer weiter zu züchten.

Ich kann auch nicht finden ,
dass so etwas mit einer guten und seriösen Zucht zu vereinbaren ist . :mrgreen:

Eine , nach menschlichen Vorstellungen manipulierte DNA bei Tieren ist immer Zweifelhaft
und sollte nicht alle Schranken, jeglicher ethischer und moralischer Grenzen überschreiten.

Wenn eine natürliche Selektion bei der Hundezucht völlig verhindert wird
und im Gegenteil, nur noch die schwächsten, oder missgebildeten Individuen
durch eine künstliche Auslese am Leben erhalten und vermehrt werden ,
kann dieses kein gutes Ende nehmen.

Auch die übliche Reinzucht der Hunderassen führt früher, oder später zu einem
genetischen Flaschenhals , der dann zum Niedergang vieler Hunderassen .

Ich denke , es ist wichtig, dass potentielle Käufer von Welpen sich Gedanken machen
und Tiere mit irgendwelche ungünstigen äußerlichen Merkmalen , welche im ungünstigen Fall
dem Hund schadet , oder seine Lebenserwartung verkürzen , von ihre Wahl ausschließen.

Fritz.
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Gandalf » Mo 5. Aug 2019 07:53

Meines Wissens, tauchen Krankheiten nur auf, bei einer Merle/Merle-Verpaarung.
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Petra-Kid » Mo 5. Aug 2019 18:07

Das ist auch meine Info. Wir hatten ja einen Wäller (Kreuzung zwischen Aussie/Briard) und der war ein "Merle". Er war übrigens der einzige Welpe mit Merle im Wurf. Man sah es ihm nur in den ersten Wochen an, weil er wenig Unterwolle und am Bauch Flecken hatte.

Die Züchterin erzählte mir damals schon (1998), dass er nur mit einer Hündin Welpen bekommen dürfte, die eben nicht diesen Merle-Faktor hätte.

Ansonsten war unser Hund kerngesund und wurde gut 14 Jahre alt ...

Liebe Grüße
Petra
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Fritz » Mi 7. Aug 2019 08:12

Hallo,
leider gibt es immer mehr Hunderassen , welche ziemlich am Ende stehen,
da diese immer häufiger größere und schwere, krankhafte Auffälligkeiten zeigen.

Der Merle-Faktor ist eine Mutation , die bei Hunden Farbveränderungen entstehen lässt
und schwere Veränderungen der Augen und im Gehör verursachen kann,
welche biss zur völligen blind und Taubheit gehen können.

Leider gibt es immer mehr Merle-Hunde, weil deren Farbveränderungen offenbar gerade der Mode entsprechen.

Da im Besonderen, reinerbige Welpen, beide denen beide Elternteile Merle Hunde sind
dann von Körperlichen Missbildungen oder dem Tot betroffen sein können,
ist eine Verpaarung , bei denen beide Elterntiere von dieser Merle - Mutation betroffen sind ,
ist in Deutschland verboten, doch in anderen Ländern , wie den USA erlaubt .

Ich bin der Ansicht, dass es nicht mit moralischen und ethischen Prinzipien zu vereinbaren ist ,
unnötig und nur weil einige Menschen es schön finden , Tiere mit krankmachenden genetischen
Veränderungen zu vermehren, egal , ob bei allen Tieren mit solchen Genen auch
direkt körperliche Nachteile auftreten oder nicht.
Jede Mutationen , welche die Lebensqualität bei Tieren verringern kann,
sollten bei der Zucht vermieden werden.

Fritz.
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Gandalf » Fr 9. Aug 2019 06:58

Ich kann dir nur den Rat geben, dich auch bei Merle ein wenig einzulesen, da es sehr viele Abstufungen gibt und nicht alle Auswirkungen haben. Hier eine kleine Hilfe für dich
https://www.aussie.de/farbvererbung/ver ... legen.html

Du machst dir um eine Merle-Verpaarung einen Kopf, Fritz?

Was ist mit HD (fast alle größeren Hunde), ED (fast alle kleine Hunde), Herzkrankheiten (z.B.DCM beim Dogberman), krebsneigung (z,B, beim Boxer), die kurzen Nasen beim Mops oder Pekinesen?

Alles ganz bekannte Dinge, aber die bekommen nicht deine Aufmerksamkeit?
Woran liegt das Fritz?
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Fritz » Sa 10. Aug 2019 03:40

Hallo Gandalf,

leider gibt es bei vielen Rassehunden zunehmend krankhafte Veränderungen ,
welche durch eine fortschreitende genetischen Verarmung begünstigt wird,
dazu kommt noch, bei manchen Rassen eine extreme Überbetonung des Rassestandarts ,
welche man schon als Qualzucht bezeichnen muss.

Offenbar gibt es aber in der Ölendlichkeit, wie bei vielen Hundeliebhabern
kaum ein Bewusstsein dafür, welche schlimmen Folgen durch menschliche Zuchteingriffe
und die hier entstandenen schädlicher genetischer Veränderungen,
für die Hunde bestehen.

Hunde mit extremen Körperformen und Farben , erfreuen sich zunehmender Beliebtheit,
welche Einschränkungen ihrer Lebensqualität die betroffenen Tiere dadurch haben,
ist kaum ein Thema , welches die Menschen Interessiert .

Auch der so genannte Merle-Faktor, ist eine schädliche Mutation ,
welche nicht nur verschiedenen Farbvariationen des Fells und der Augenfarbe bei Hunden bewirkt,
sondern er kann bei Hunden auch schwere Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Obwohl viele Hunde unter den unterschiedlichen, krankmachenden Veränderungen ihrer DNA
leiden müssen, wird so etwas allgemein immer noch ignoriert .

Ich empfinde es als sehr traurig, wenn auch nationale und internationale Interessensvertretungen,
der Hundezüchter, wie dem VDH , oder FCI genetisch kranke Hunde und krankmachende Zuchtstandards nicht unterbinden .

So werden z.B. auch Hunderassen mit Merlefärbung, vom FCI und VDH als Standard anerkannt .

Collie,Border- Collie,Australian- Shepherds, Shetland - Sheepdogs,
Cardigan -Welsh- Corgi ,Dackel ,Deutsche -Dogge ,Chihuahua, Pit- Bull,
Cocker - Spaniel, Catahoula -Leopard- Dog, Norwegian- Houn, Pyrenean- Shepherd,
Pomeranian, Beauceron- Sheepdog, werden schon als Merlehunde
bei den " seriösen " Hundezüchtern im VDH , immer häufiger vermehrt und angeboten.

Es gibt, denke ich aber keine Rechtfertigung , Tieren unnötig so zu verändern
und ihre DNA zu manipulieren, dass ihre Lebensqualität eingeschenkt ist.

Fritz
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Gandalf » Sa 10. Aug 2019 07:17

Fritz hat geschrieben:Offenbar gibt es aber in der Ölendlichkeit, wie bei vielen Hundeliebhabern
kaum ein Bewusstsein dafür, welche schlimmen Folgen durch menschliche Zuchteingriffe
und die hier entstandenen schädlicher genetischer Veränderungen,
für die Hunde bestehen.

Hunde mit extremen Körperformen und Farben , erfreuen sich zunehmender Beliebtheit,
welche Einschränkungen ihrer Lebensqualität die betroffenen Tiere dadurch haben,
ist kaum ein Thema , welches die Menschen Interessiert .

Diese Aussagen, bezüglich der Hundeliebhaber, finde ich nicht richtig, da ja sich doch jeder Halter mit den Folgen von angezüchteten Krankheiten auseinandersetzen muss, vor allem bei HD/ED ...

Fritz hat geschrieben:Auch der so gerannte Merle-Faktor, ist eine schädliche Mutation ,
welche nicht nur verschiedenen Farbvariationen des Fells und der Augenfarbe bei Hunden bewirkt,
sondern er kann bei Hunden auch schwere Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Obwohl viele Hunde unter den unterschiedlichen, krankmachenden Veränderungen ihre
DNA leiden müssen, wird so etwas allgemein immer noch ignoriert .

Und bei dieser Aussage erkenne ich, dass du entweder den Link nicht gelesen oder nicht verstanden hast.

Fritz hat geschrieben:Ich empfinde es als sehr traurig, wenn auch nationale und internationale Interessensvertretungen,
der Hundezüchter, wie dem VDH , oder FCI genetisch kranke Hunde und krankmachende Zuchtstandards nicht unterbinden . So werden z.B. auch Hunderassen mit Merlefärbung, vom FCI und VDH als Standard anerkannt .

Warum das wohl so ist?
Die Nachfrage regelt den Markt ...und schau dir bitte den Link von mir noch mal an. Du kannst gerne auch noch andere Seiten hinzuziehen, denn so einfach, wie du es hier darstellst, ist das Ganze nicht.

Hast du denn den VDH auch mal wegen den ganzen Krankheiten (auch Merle) angeschrieben?
Das reicht ja nun auch nicht aus, nur zu "meckern", aber nichts dagegen zu unternehmen.
Auf den FCI hast du wahrscheinlich weniger Einfluss, aber beim VDH kann man es zumindest mal versuchen

Wäre dann auch wirklich super, wenn du uns die Antwort mitteilst

Fritz hat geschrieben:Es gibt, denke ich aber keine Rechtfertigung , Tieren unnötig so zu verändern
und ihre DNA zu manipulieren, dass ihre Lebensqualität eingeschenkt ist.

Da gebe ich dir vollkommen Recht!
Aber was ist denn mit den Turbo-Kühen und den Schweinen?
Was ist mit den Hühnern und den Puten?

Zuständig wäre da in Deutschland Frau Klöckner....nur, falls du sie anschreiben möchtest

Frau Klöckner hat eben dieser Tage auch eine Meldung herausgebracht, dass man mit "Qualzuchten" (bei den Hunden) nicht mehr zur Ausstelungen gehen darf, sie wolle dafür sorgen.
Ob das nun nur mal so gesagt wurde, weiss ich nicht, ich habe auch keine Ahnung, wie sie es umsetzen möchte. Die Definition, was nun eine "Qualzucht" ist hat sie leider auch nicht zum Ausdruck gebracht.
Aber, wie du siehst, wäre der Zeitpunkt sie anzuschreiben wohl eher nicht der schlechteste....
Die Mail findest du auf der Seite des Bundestages


Hast du nicht auch einen Mini-Aussi?
Woher weisst du nun, dass er vom Merle-Faktor nicht betroffen ist?
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Re: Ignorieren wir den Sündenfall Hundezucht ?

Beitragvon Petra-Kid » Sa 10. Aug 2019 08:10

Hallo Fritz,
hallo Gandalf,

da muss ich Gandalf völlig recht geben :!:

Hinzu kommt ja auch noch das "Kindchen-Schema", bei dem leider sehr viele Hunde mit runden Köpfchen (z.B. der Cavalier King Charles Spaniel) mit schlimmsten Folgen für den Hund und großen Schmerzen!!! gezüchtet werden. Oder nehmen wir diese ganzen Minis, diese armen Tea-Cup-Geschöpfe, die kaum vom Sofa springen können, ohne dass man Angst haben muss sie brechen sich was. Und die gerade mal knapp 2 kg wiegen, ich nenne sie immer "Handtaschen-Hündchen", die bei ihren (meist sind es Besitzerinnen) kein artgerechtes Leben führen dürfen :roll:
Oder z.B. auch die ganzen Chis, deren Fontanelle sich nicht schließt usw. usw.

Solange es Menschen gibt, die diese Hunde wünschen werden sie auch "gemacht" :evil: Angebot und Nachfrage!

Oder die billigen Importe von Vermehrern aus dem Kofferraum aus dem Ausland, die ebenfalls ihre Abnehmer finden.
Dabei müssen die Leute in Wirklichkeit viel mehr Geld zahlen und bekommen noch dazu einen kranken bzw. gestörten Hund oder gar beides!!!!

Man sollte sich schon die Zeit nehmen und entweder einen Hund von einem guten Züchter erwerben, oder aber einer armen Seele aus dem Tierheim ein Zuhause geben.

Traurige Grüße
Petra
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