Akira Sue hat geschrieben:Ein Wunsch ist eine Sache, die man sich mit jahrelanger Arbeit verwirklichen konnte, dass nennt man einen Wunsch.
Nein, das nennt man die Erfüllung eines Wunsches, und die kann auch über z.B. Geschenke von anderen, also ohne eigenes Zutun, stattfinden. Ich habe mir z.B. gewünscht nach Amerika zu kommen. Meine Eltern und Großeltern waren dann so lieb mir einen Schulaustausch zu ermöglichen. Wo war da meine jahrelange Arbeit? Trotzdem wurde mein Traum wahr und der Wunsch erfüllt.
Die Idee von deinem Ansatz finde ich aber gar nicht schlecht, oder zumindest die Einstellung die dahinter steht. Mit eigenem Einsatz und vorhergehender Bemühung weiß man etwas viel mehr zu schätzen, als wenn es einem einfach "in den Schoß fällt".
Man muss auch bedenken, dass ein Hund nicht immer nur süß und lustig ist. Meine Hündin ist leider gerade krank. Sie hat mir heute 2x Durchfall in der Wohnung verteilt, mich Freitag und Samstag insgesamt nicht mehr als 4 Stunden (in beiden Nächten zusammen!!) schlafen lassen, weil ihr dauernd übel war und sie gebrochen hat. Sowas gehört leider auch dazu. Ebenso wie die Tierarztrechnungen die durch solche Geschichten anfallen - dieses Mal werde ich, wenn alles gut geht, wohl für meine Hündin mit rund 150€ noch ganz gut wegkommen.
Ich habe mit meiner kleinen Hündin auch Zeiten durch, wo ich dachte sie würde mir und den Tierärzten unter den Händen wegsterben. Sie wog noch 3,5kg, war ein einziges Gerippe, erbrach jeden einzelnen Milliliter Wasser den ich ihr einflößte und hinten raus kam nur noch stinkendes Blut. Ich habe vor Angst gezittert, als ich neben ihr saß und nicht mehr wusste was ich noch tun sollte.
Mit meinem Rüden habe ich eine jahrelange chronische Krankheitsgeschichte durch, mit Allergien und einer Stoffwechselerkrankung. Insgesamt hat mich dieser Hund in etwa 6 Jahren rund 15.000€ gekostet. Was hätte ich tun sollen? Ihn weggeben weil er zu teuer wird?? Dieser Hund lag mit 3 Wochen in meinen Armen als ich ihn ausgesucht habe, ich liebe ihn über alles und würde mein letztes Hemd für ihn geben!!
Dann wird ein Hund nach nur wenigen gemeinsamen Jahren alt. Bei meinem Rüden merke ich jetzt mit seinen 8 Jahren schon die ersten Anzeichen. Manch ein Hund wird gar nicht so alt. Ein alter Hund kann oft seinen Urin nicht mehr gut halten, muss öfter vor die Tür, kann aber nicht mehr so lange laufen.
Dann kommt die Zeit, in der man seinen Hund ansieht und sich fragt, wann es Zeit sein wird den Tierarzt anzurufen, damit das geliebte Tier schnell und schmerzlos einschlafen darf. Man TÖTET den geliebten eigenen Hund, ein Tier das zu verlieren einem das Herz bricht und man vor Trauer schreien, weinen und kotzen gleichzeitig könnte. Dann diese Leere - wo vorher dein Hund war, ist nun nur noch die Erinnerung.
Das einmal zu erleben ist schlimm. Aber dann den noch lebenden Hund anzusehen und genau zu wissen, dass man das wieder durchmachen muss - das ist fast noch schlimmer.
Ich kenne Menschen, die das das nicht ausgehalten haben. Sie lieben Hunde über alles, aber sie haben keinen mehr weil sie den Verlust nicht ertragen können. Sie leben lieber mit der Leere als noch einmal den geliebten Hund sterben lassen zu müssen. Irgendwo kann ich diese Menschen verstehen.
Es gehört so viel dazu, wenn man einen Hund nicht einfach nur "hat", sondern mit ihm *lebt*, ihn in sein Herz aufnimmt und nie mehr gehen lassen möchte. Und da tröstet auch der Gedanke "na ja, ein Hund kann ja etwa 15 Jahre alt werden, das ist doch was" nur bedingt drüber hinweg. 15 Jahre sind so kurz. Und so viele Hunde erleben nicht einmal ihren 15. Geburtstag.