vielleicht habt ihr ein paar Tipps für uns. Wir haben schon viel zu den Themen in Büchern und im Internet gelesen und auch in unserer Welpenschule nachgefragt, leider ohne wirkliche Hilfe.
Wir haben einen sehr lieben und auch sehr anhänglichen 6,5 Monate alten Rüden (Springer Spaniel).
Er ist mittlerweile gott sei Dank auch Stubenrein, lernt gut in der Welpenschule und ist auch kein Kläffer. Er ist gesund und jeder von uns hat an sich eine gute Bindung zu ihm. Er wird gefordert und spielt auch unglaublich gerne mit anderen Hunden. Ist dabei überhaupt nicht agressiv (Nur meinen Freund nervt und piesakt er mal gerne und ignoriert auch gerne sein Nein). Er kann die Grundkommandos: Sitz, Platz, Bleib und weiß was Nein und Aus bedeutet und was Fein heißt.
ABER
Er ist in seiner Anhänglichkeit schon kontrollierend, jedenfalls fühlt sich das für mich so an, wenn er z.B. so liegt, dass man auf ihn oder über ihn rübersteigen muss oder eben er sofort mitbekommt, wenn man seinen Stuhl nur einen Hauch bewegt, weil er direkt dran liegt. Er klebt an den Fersen egal wo man hinläuft, starrt einen an, registriert jede Geste, läuft einen auch gerne vor die Füße, damit man nicht zu schnell/ weit vorankommt. Wir versuchen nun ne ganze Weile ihn immer mal wegzuschicken, auf seinen Platz zu schicken oder die Tür vor seiner Nase zuzumachen und ignorieren ihn mehr und machen auch kein Tammtamm, wenn wir kommen oder gehen, z.B. zum Briefkasten oder den Müll runter. Natürlich sind wir menschensmöglich konsequent dabei, sonst könnte mans ja auch gleich lassen.
Ins Schlafzimmer soll er nicht mehr, weil er nervt: Er klaut Kleidung, v.a. Socken, er wechselt ständig nachts die Seite (liegt mal neben mir und mal neben meinem Freund) und lässt sich immer gerne laut schnaufend und theatralisch hinplumpsen, so dass die Erde nur so bebt. Er liebt es sich nachts zu kratzen und dass nur wenn sein Bein dabei mit einem lauten Klonklonkklonk gegen das Rattanbett haut. Wir können ihm nicht beibringen, eintfernter vom Bett zu liegen. Auch liegt er gerne zwischen Bett und Wand, nahe der Dachschräge, wo sein temporäres Schnarchen nur so hallt - direkt in meiner Kopfnähe. Und last but not least: Wenn wir Sex haben, will er immer mitspielen. Starrt uns ne Weile in einem Meter Abstand an, was ich schon doof finde und versucht dann mitzumischen. Die Stimmung ist dann dahin, und wenn man ihn dann aussperrt, dann geht das Fiepen und Jaulen los und die Stimmung ist auch dahin.
Problem ist, dass er es eigentlich kennt, mal vor verschlossener Tür zu sein und auch weiß, dass man immer wieder kommt. Im Auto bleibt er problemlos auch mal über ne Stunde allein. Aber zuhause hält er es keine 4Sekunden aus und fängt an jämmerlich zu fiepen. Wir ignorieren es immer, aber der gute hat eine unglaubliche Ausdauer, was wirklich nervt. Ich habe auch den Eindruck, dass für Ihn "Fiepen oder nicht" kein Verhalten ist, was er mit Belohnung (bei Ruhe) und Bestrafung verknüpfen kann. Wir haben schon alles probiert. V.a. natürlich das Ignorieren. Da er verschlossene Türen nicht mag, haben wir als Kompromiss eine Barriere gebaut, so dass er nicht ins Schalfzimmer kommt, aber noch alles riechen, hören und zum Teil sehen kann. Klappt abends auch ganz gut, aber wenn er morgens aufwacht und sich mopst, dann geht das Gefiepe und lauter wieder los. Mit dem Belohnen ist auch so ne Sache: Wenn wir fein sagen, z.B. wenn er ruhig ist oder sich hingesetzt hat, Platz macht oder aufhört anzsupringen, dann wird er davon iwie wieder "aufgeputscht" und die eigentlich zu belohnende Ruhe ist dahin. So als wenn "fein" für ihn eine Tobeaufforderung wäre, warum auch immer.
Platz machen (auf Kommando) mag er auch nicht gerne und muss immer verknüpft sein mit direktem Leckerli. Während er dieses vertilgt steht er dann schon auf oder kurz danach und tappert einem erwartungsvoll hinterher. Ohne Leckerli macht er es so gut wie gar nicht und wenn dann bleibt er halt nicht bis man es auflöst, sondern geht vorher schon seiner Wege. Wie oft/ wieviele Stunden soll ich ihn denn immer zurücktragen? Ich bin mir sicher, er weiß auch so was ich von ihm will.

Das Nicht-allein-sein können und geschlossene Türen nicht ertragen ist neben das nicht-auf-Platz-bleiben eins von 2 Problemen, die wir echt nicht in den Griff bekommen. Hängt auch sicher iwie zusammen. Wenn wir ihn wegschicken, kommt er nach ner Minute spätestens wieder. Wenn er weiß er soll nicht in nen Raum, dann steht er direkt in der Tür und starrt uns an...und Milimeter für Milimeter schiebt er sich dann in den Raum, bis er sich irgendwann wieder unbemerkt um den Bürostuhl gewickelt hat. Manchmal legt er sich dann auch in die Mitte des Flures und fängt an zu piepen. Er hat wie gesagt bei allem einen unglaublich langen Atem.
Er ist weder traumatisiert, noch kann ich mir sonst erklären warum er ein unsicherer oder Verlassensangst geplagter Hund sein sollte. Ich kenne die Züchterin und die nannte Ihn auch schon immer "mein Schatten", so als wenn das sein Charakter wäre.
Ich bitte um praktische Tipps, wie wir das Jaulen, Alleibbleiben und auf Platz bleiben in den Griff kriegen können. Bitte wenns geht: keine moralischen oder Grundsatzdiskussionen

Liebe Grüße,
Charlymom