Klein Günthi hat geschrieben:Wir sind verdammt streng mit Günther, und es gibt genügend Leute, die der Meinung sind, etwas weniger Strenge täte es auch.
Bei mir ist es genau so. Vielen tut mein Hund sogar "Leid".
Beispiel: Ich habe Besuch und wir sitzen auf dem Bett und quatschen. Becks kommt zu mir, will beachtet werden, gestreichelt, geschmust, wie auch immer. Ich habe aber keine Lust, denn ICH bin gerade mit etwas anderem "beschäftigt". Ich ignoriere ihn also und er versucht weiterhin, sich aufzudrängen. Konsequenz daraus: Ich schicke ihn weg.
Becks zieht daraus natürlich auch seine Konsequenz und versucht es beim Besuch. Besuch denkt sich "Ja, Claudia hat zwar scheinbar keine Lust, aber ich könnte ja mal..." Und noch bevor sie den Hund beachten oder gar anfassen, sag ich denen "Hey, nicht beachten. Ich hab ihm grade deutlich zu verstehen gegeben, dass das jetzt nicht angebracht ist und der versucht jetzt meine Autorität in Frage zu stellen. Wenn DU jetzt nachgibst, hab ICH verloren und ER gewonnen. Dann tanzt er mir auf der Nase rum." Meist herrscht dann auch Einsicht, aber Leid tut ihnen der Hund trotzdem.
Ich schicke den Hund ein weiteres Mal weg, auf seinen Platz. Und da bleibt er dann auch, bis ICH ihn auffordere, zu mir zu kommen.
Das ist ja nicht bösartig. Genau so wenig ist es bösartig, wenn ich nicht mit ihm raus gehe, wenn er "rumrastet". Mittlerweile rastet er nicht mehr rum. Er rast zwar wie ein Irrer die Treppe zur Haustüre runter, aber da sitzt er dann 1A ab, bis ich Halti und Leine befestigt habe.
Marion hat Recht, es sind viele Kleinigkeiten, auf die man nicht achtet, die aber schon vieles im Verhalten des Hundes verändern. Wie mein oben genanntes Beispiel. Die meisten streicheln und betüddeln schon rein aus Reflex. Ich hingegen schicke ihn schon aus Reflex weg und rufe ihn erst hinterher zu mir.
Regeln und Konsequenzen schaden einem Hund nicht, im Gegenteil. Aber ich verstehe auch nicht, was Gudrun meint, mit ihrem "Du musst härter zum Hund sein."
Wie bin ich hart zu meinem Hund?
In dem ich bei ihm den Schnauzgriff anwende?
Ihn auf den Boden werfe?
Oder was?
Ich bin streng, bei weitem bin ich streng. Ich lasse meinem Hund nichts durchgehen, gar nichts.
Aber ich bestrafe ihn auch nicht. Die größte Bestrafung ist für ihn, wenn ich ihn ignoriere und das über einen längeren Zeitraum.
Ich weiß nicht, wie man anders hart zu einem Hund sein sollte. Kenn ich nicht, weiß ich nicht.
Wie zeige ich meinem Hund denn Grenzen auf?
Mir ist schon so oft aufgefallen, wie viele hier schreiben "Du musst deinem Hund Grenzen setzen. Du musst härter sein. Bei mir würde der damit nicht durchkommen."
Aber dabei frage ich mich auch oft "Wissen die eigentlich, wovon die da reden?"
Ich meine, seien wir mal ehrlich. Hier meldet sich ein Neuling an. Hat einen Welpen, den ersten in seinem Leben. Der möchte einen Ratschlag haben, damit er nicht ständig an der Leine rumzieht oder Kleidung zerstört etc.
Und dann sagt jemand "Setz ihm Grenzen. Sei härter und konsequenter." Das sind Momente da denke ich mir "Ja, lustig. Aber GENAU DAS ist es doch, wonach der Neuling gerade gefragt hat."
Niemand erklärt, WIE oder WAS für Grenzen man setzt. Niemand erklärt, wie man härter mit dem Hund umgeht.
Und genau genommen KANN das auch eigentlich gar keiner erklären, denn jeder setzt anders seine Grenzen und jeder ist anders "hart" und konsequent zu seinem Hund.
Aber ich finde, es ist wichtig, dass die Leute, die so etwas in der Richtung schreiben, auch dazu schreiben, WIE SIE ihren Hunden Grenzen aufzeigen und härter mit ihm sind.
Whoopsy hat geschrieben:Meiner Meinung nach die gleiche Auswirkungen (Hund hört nicht in bestimmten Situationen) und somit auch vom Ansatz her die gleiche Herangehensweise. Verstehst was ich sagen will?
Ich verstehe, was du meinst. Und das hast du gut erklärt vorher, finde ich. Ich hätte es nicht so gut gekonnt.
Lg,
Claudi