Jenni hat geschrieben:Hallo Marco,
wo siehst Du das denn mit dem verteidigen von Beute?? Das würde mich mal interessieren??
Habe nun selbst ein Rudel, da gibt es sowas nicht. Auch das rangniedrigste Rudelmitglied darf sagen, DAS ist meines und das wird auch so akzeptiert.
Und in der Wolfswelt ist das übrigens genauso!!
Das bedeutet für mich, an die Näpfe meiner Hunde in der Art und Weise gehen, wie Du es praktizierst würde in einem Rudel ehr ein Wolf tun, der NICHT der Ranghöchste ist. Das hat der nämlich gar nicht nötig, sich so seinen Rang zu sichern. Bedeutet, das tut im Rudel maximal der Tyrann der Gruppe!
Ich möchte doch aber von meinen Hunden nicht als Tyrann wahr genommen werden!
Verzeih mir, dass ich vorläufig nicht auf die Kastrationsdebatte weiter eingehe. Zeitmangel und wie schon gesagt, ein Thema über das man sich jahrelang streiten kann.
Aber zum Rest gerne (weil ich glühender Verfechter bin *grins*)
Ich weiß nicht, wo du oder auch Lea euren Wissenstand her habt.
Ich habe ein Rudel, ich lese Bücher, ich schaue fern, ich gehe in Wildparks usw. usw.
Ich habe einige Möglichkeiten genutzt und erkenne immer und immer wieder das selbe !
Mal erst mal zu deiner Aussage, dass in deinem Rudel (ich denke mal, damit meinst du deine Hunde selbst für sich) auch der rangniedere sagen darf, dass ist meines.
Das ist auch völlig normal. Denn keiner deiner Hunde ist der Rudelführer.
Wenn doch, sollte schon gehörig was bei dir falsch laufen, aber davon gehe ich mal nicht aus,
Ich weiß nicht, ob Ihr schon mal in den Genuß gekommen seid und eine Dokumentation von Shaun Ellis sehen konntet ? Wenn nicht, kann ich das nur anraten.
Wenn es in einem Rudel einen Rudelführer gibt, dann "kann" dieser auch alles beanspruchen !
Das ein Rudelführer, der ständig alles für sich beanspruchen würde, sicherlich nicht all zu lange Zeit Rudelführer sein wird, ist da dann eine andere Geschichte !
Was genau ist denn ein Rudelführer ?
Ein Rudel besteht in freier Wildbahn zu 99% aus einer reinen Familie (und mit freier Wildbahn meine ich nun keine Freigehege in Wildparks oder so). Eine Familie also, aus zwei Rudelführern und deren Kindern. Während der gesamten Zeit, die dieses Rudel, so besteht, sind die Elterntiere dazu in der Lage Fressen, was die Kinder gerade an sich gerissen haben, zu beanspruchen. Und es wird von den Kindern auch frei gegeben. Ist das irgendwann mal nicht mehr der Fall, sind diese Kinder so weit, dass sie eigene Rudel bilden. Also dem Rudel ihren Rücken kehren bzw. sie werden dazu aufgefordert dieses zu tun, sich n Weibchen suchen und selbst Kinder machen und groß ziehen. Nun sind sie selbst Rudelführer und das ganze geht von vorne los
In den 1% und in Gehegen von Wildparks und ähnlichem ist es anders. Dort werden fremde Tiere zusammen gewürfelt und sie arrangieren sich mit dieser Situation. Sie bilden also ein Rudel mit fremden Tieren. In diesem Rudel muss erst geklärt werden, wer der Rudelführer ist.
So, nun zum eigentlichen Rudelführer.
Ein Rudelführer hat, und das steht fest, nun einmal das sagen. Er gibt an, wann und wo gejagt wird.
Er erlaubt allen die Beute unter sich auf zu teilen. Er nimmt sich aber auch das Recht heraus, sich das beste der Beute (Die Leber wenn ich mich recht erinnere) vorher zu nehmen.
Ein Rudelführer ist somit eine Autorität im Rudel.
Nun ist es aber so, dass zwischen "eine Autorität sein" und einen autoritären Führungsstil zu pflegen eine Welt, gar ein Universum liegt.
In unserer Welt ist da kein Unterschied. Viele kennen das, ihr Chef auf der Arbeit pflegt vermutlich einen solchen Führungsstil und sie folgen seinen Anweisungen und halten im die Treue.
Adolf H. pflegte einen solchen Führungsstil. Fast ganz Deutschland folgte diesem Mann trotz, oder gerade wegen, dieses Führungsstils.
In der Tierwelt ist dies nicht möglich !
Ein unausgeglichenes Tier wird niemals, bzw. bleibt niemals lange, ein Rudelführer.
Ist ein solches Tier, auf Grund von Rangkämpfen Rudelführer geworden, sehen sich die Tiere seinen Führungsstil nicht lange an. Irgendwann wird es bei solch einem Rudelführer immer zu einem Sturz kommen.
Ein Rudelführer ist also eine Autoritätsperson, die keinen autoritären Führungsstil pflegt !!!!
So ein "normaler" Rudelführer lässt zB. fünfe auch mal gerade sein.
Er lässt die anderen auch mal völlig alleine die Beute unter sich aufteilen, denn er weiß (und alle Rudelmitglieder wissen dieses auch), dass wenn er seinen Anspruch stellen würde, ALLE sofort diesen akzeptieren würden.
Das ist es, was einen echten Rudelführer ausmacht. Er könnte, aber er nutzt es nicht ständig.
Und wenn er diese Macht nutzt, dann setzt er niemals rohe sinnlose Gewalt ein.
Sondern er bleibt ruhig und gelassen. Setzt aber konsequent seine Autorität ein und würde nur in seltensten "Notfall" seine Stellung auch bis auf`s Blut untermauern. (aber das wissen auch alle anderen, daher tritt dieser Fall auch so gut wie nie ein !)
Boah ey, ein Roman
