Jenni hat geschrieben:
Und wo ich Dir dringend widersprechen möchte, ist dass Polizeihunde immer gut sozialisiert sind. Das ist nämlich - entschuldige - Quatsch!!
Es wird zwar besser, aber eigentlich werden GAR NICHT sozialisiert, wenn sie noch nach annotuck ausgebildet werden und das ist weit aus verbreiteter, als die gute Sozialisierung.
Es war bis vor Kurzem Gang und Gäbe, dass Polizeihunde bis sie ein Jahr alt waren in ihren Zwingern beim Hundeführer gesessen haben. Sie haben den Garten und vielleicht mal den Feldweg gesehen, weil man der Meinung war, man könne einen Hund erst mit einem Jahr anfangen auszubilden. Er hatte nie Kontakt zu anderen Hunden, weil man wollte, dass der Hund nie der Erfahrung macht, sich unterwerfen zu müssen, da man glaubte, dass das einen "Schwächling" aus ihm machte. Mit einem Jahr durften die Hunde dann anbeißen (an den Figuranten o. ä. gehen). Nicht selten wurde der Hund über den Wehrtrieb dazu gebracht. Heißt, die Hunde wurden solange vom Figuranten mit dem Stock bedroht und manchmal auch geschlagen, bis der Hund, leider meistens, in Angst um sein Leben nach vorne ging! Damit verband man dann das Kommando FASS! Wenn man bedenkt, wie Hunde lernen (Miteinander Erlebtes und Empfundenes - Bedroht werden = Angst = Angst + Zubeißen = FASS), kann das ziemlich explosiv sein. Noch heute werden regelmäßig Polizeihunde eingeschläfert, weil sie sogar ihren eigenen Polizeihundeführer angehen und nicht kontrollierbar sind, was einen auch nicht wundern braucht.
Kann diese Aussage zum Teil bestätigen.
Als Lennox ganz klein war, habe ich den Tipp bekommen zu einem Polizeihundeführer zwecks Unterordnung zu gehen.
Der bietet neben seinem Dienst bei der Polizei auch Stunden für Privatleute an.
Der Herr wurde mir gegenüber in den höchsten Tönen gelobt.
Da Lennox mein erster Hund ist, er ausgewachsen ein stattlicher Rüde sein wird wollte ich möglichst alles richtig machen.
Eben weil auch diese Rassen umstritten sind und ich nicht Gefahr laufen wollte, ihn irgendwann nicht mehr unter Kontrolle zu haben.
Ich habe zweimal eine Stunde bei diesem Herrn mit Lennox verbracht und das hat mir gereicht!
Ohne Frage befolgen die Hunde aus seinem Training zuverlässig sämtliche Kommando´s.
Nur waren die Methoden sehr fragwürdig.
Da ich mich auch zu diesem Zeitpunkt belesen habe, hatte ich die eine oder andere Frage, die er mit einem " Lass das Lesen mal, überlasse die Hundeerziehung mal mir"
Es wurde mit viel Druck gearbeitet und die Hunde hatten nicht wirklich Spaß daran.
Außerdem hat er mir geraten Lennox ein Stachelhalsband umzulegen, ich glaube da war er gerade 4 Monate alt.
Das hat mich alles sehr nachdenklich gestimmt und für mich entschieden, dass mein Hund nicht mit solch´veralteten Methoden erzogen wird.
Was mich auch erschreckt hat, da wurde einer Dobermannhündin um die Hinterläufe zusätzlich zur Leine eine Leine dran gemacht um ihr "bei Fuss" beizubringen und damit sie nicht mehr so zieht.
Ich selbst habe nicht viel Ahnung von Hunderziehung, habe mir alles erst nach und nach angeeignet.
Aber das die Erziehungsmethoden nicht in Ordnung bzw. veraltet sind habe ich erkannt.
Was mich zudem noch stutzig machte, war die Tatsache, dass sein eigener Hund bei den Trainingseinheiten nicht dabei war.
Der war die Zeit über im Auto und wurde immer erst danach zum Gassi gehen raus geholt.
Der Hund selbst hat nicht gespielt, nicht mit anderen Hunden, nicht mit Gegenständen.
Dieser Hund hat aus meiner Sicht ausschließlich funktioniert.