Hallo Lea,
ja ich habe regelmäßig mit ihm Kontakt und ich werde weiterhin berichten. Du wirst ja lachen... aber ich spiele schon mit dem Gedanken, mir Daizen mal anzusehen. Allerdings bin ich hier zeitlich momentan total eingespannt... Aber mal gucken!
Liebe Doris,
vielen Dank für die Blumen!!
Zum Alphawurf... ich finde diesen Namen schon schrecklich, es gibt dazu ja gaaaanz viele Theorien. Hier bei mir, ist es nicht nur Theorie, sondern auch Praxis und die geht in den seltensten Fällen von mir aus, sondern sie wird von meinen Hunden untereinander angewandt. Klar, meistens ist das eine aktive oder passive Demut, die der Hund mehr oder weniger freiwillig zeigt. Da geht kein anderer Hund ran und "bringt" ihn in die Seitenlage. Aber ich habs auch schon anders gesehen. Lustig bei den ganzen Zweiflern ist ja, dass sie es teilweise selbst noch im Welpenspiel anwenden und sich darauf berufen, dass die Welpenmama ihre Welpis auch schon mal umwirft, mit der Pfote quasie umhaut oder ähnliches.. beim erwachsenen Hund ist das dann ein "Verbrechen". Bei den Welpis, die wir schon hier hatten, haben wirs immer trainiert über die versorgende Dominanz. Die Mama dreht ihre Welpis ja tatsächlich um und macht sie sauber, zappeln sie, stellt sie auch schon mal den Fuss drauf. Das trainieren wir auch mit unseren Welpen. Sie sollen lernen, dass WENN ein Mensch sie auf die Seite dreht, dass es NIEMALS um einen Angriff auf ihr Leben geht. Denn genau das ist ja das Problem. Ich habe keine Rute, ich habe kein Fell, ich habe keine Ohren, die ich bewegen kann. Ein Hund weiß im Zweifelsfall nicht, ob ich ihn grade diszipliniere oder ob ich ihn töten will. BEI ALLEN unseren Welpenleute hier ist es so, dass ich und auch einige Besitzer ihrer Hund ab ca. der 16. Woche über Körpersprache lenken lassen. Heißt, um mal ein Beispiel zu nennen: Ich habe hier einen Dalmatiner, der ganz schön rüpelig sein kann und sich gerne auch mal wen aussucht, den er bewußt anstänkert. Den spreche ich normalerweise EINMAL ermahnend an. Dann zischt er auch ab. In 90% aller Fälle läßt ers dann auch... manchmal will ers aber wissen und stänkert dann doch weiter, wenn er sich unbeobachtet fühlt... SPÄTESTENS dann, werde ich SEHR schnell und laufe mit Drohfixierend, knurrend und mit nach vorne gebeugten Körper auf ihn zu. In dem Moment, wo er das mitbekommt, schmeißt er sich auf die Seite, klemmt die Rute und wendet den Blick ab. Ich stelle mich dann noch einen Moment brummelnd über ihn, gehe dann langsam weg, er muss noch liegen bleiben und wenn ich mich dann abwende, darf er normalerweise laufen. Dann ist spätestens geklärt.
Es gibt auch Welpen, wo das gar nichts bringt. Da lasse ich das gänzlich!! Das sind aber wirklich nur wenige. Meistens klappts dann übers aussperren aus der Situation oder wenns nicht anders geht über das Konditionieren von einem anderen negativen Reiz (Rütteldose) oder so. Jenachdem, wie der Hund gestrickt ist. Manchmal bringe ich diese Hunde auch in mein Rudel, sie sehen, wie wir interagieren und sie lernen ihre eigene Sprache wieder. Hinterher klappts dann auch mit mir und der Körpersprache. Diese Hunde legen sich "mehr oder weniger" freiwillig auf die Seite (eben aktive und passive Demut). Die muss ich nicht mal mehr anfassen!
Dann gibts allerdings ja auch die Älteren... Die kriege ich im Normalfall ja nicht mehr über die versorgende Dominanz. Meistens bitte ich die Halter, ob ich den Hund ein zwei Tage haben darf. Er wird dann hier "eingenordet" als aller letztes Glied in der Kette... dann funktioniert es meistens auch mit der Körpersprache. Wenn wirklich alle Stricke reißen und ich glaube, dass es den Hund und den Halter im Training entscheidend weiterbringt, dann kann es durchaus sein, dass ich den Hund auch mal anlange! Das heißt, dass ich ihn so greife, dass er mich nicht beißen kann und so, dass ich nicht an ihm rumzergeln muss. Es gibt meistens einen kurzen Ruck und dann liegt der Hund auch schon auf der Seite und ich fixiere ihn solange, bis er sich beruhigt. Natürlich (!!!!) gibts da auch Hunde, die quietschen oder auch mal schreien, versuchen zu beißen oder ähnliches... Es ist ja ein ziemlich heftiger Eingriff und eine mehr als nur klare Disziplinierung UND genau diese Hunde wehren sich oft heftig, weil sie ja eben nicht wissen, dass ich sie nur disziplinieren will. Was für mich immer ganz wichtig ist, ist dass der Hund niemals in dieser vermeintlichen Angst aus der Situation gelassen wird. Ich warte ohne brüllen, ohne Drohgesten usw. darauf, dass der Hund aufhört, sich gegen mich zu wehren. Wenn er ruhiger wird, fange ich an ihn zu streicheln und wenn ich dann merke, dass er sich wirklich entspannt, dann rede ich ruhig mit ihm und nehme den Druck raus. Einige meinen dann, der Hund würde sich in einer Schreckstarre befinden, das ist aber quatsch... zwischen Schreckstarre mit komplett angespannten Muskeln und einem dösenden Blick und entspanntem Körper gibt einen himmelweiten Unterschied. Wenn es ihm dann wieder gut geht, dann darf er gehen. Ein erwachsener Hund, den ich auf die Seite lege, geht bei mir niemals vor der Entspannung aus der Situation... Und ich habe wirklich und ernsthaft noch NIEMALS schlechte Erfahrungen damit gemacht!! Im Gegenteil, diese Hunde waren danach oft wie ausgewechselt im positiven Sinn!!
Nur falls jetzt einer glaubt, ich mache da einen Volkssport draus. Im letzten halben Jahr habe ich genau einen Hund wirklich auf die Seite gelegt. Die Alternative dazu war: Maulkorb, Schleppleine und evtl. sogar (von einem anderen Hundetrainer empfohlen) Teletak, weil er immer an andere Hunde rangegangen ist. Er hat einen Korb antrainiert bekommen, damit er mich nicht verletzt, wir haben selbstverständlich vorher schon mit ihm trainiert, er hat sich in dem Moment geistig total verabschiedet und wollte auf Khalim los (war ein Tibet Terrier Mix). Ich habe ihn geschnappt und auf die Seite gedreht. Der war so verwundert, dass er erstmal gar nichts gemacht hat. Jetzt läuft er seit über 8 Wochen ohne Problem in meiner Freilaufgruppe mit und ist super ansprechbar!
Und ja, ich habe schon Hunde gehabt, die man wahrscheinlich hätte totschlagen müssen, bevor sie aufgehört hätten, sich zu wehren. Eines war eine Boxerhündin und eines war ein Schäferhundrüde! Die haben mich so massiv attackiert, dass ich dann noch meinen Freund zur Hilfe brauchte. Wir haben dann nur kurz abgewartet, bis sie nicht mehr gestrampelt und gebissen haben und dann durften sie laufen. Aber selbst das hat dazu geführt, dass die Boxerhündin jetzt abrufbar ist und keine Hündinnen mehr attackiert. Der Schäferhund ist auch noch dabei, läuft aber mit Maulkorb, weil er ein absoluter Stänkerer ist.
Die Cathrin Cats for Dogs Geschichte... ich denke wir beide kommen schon klar!
Wie gesagt, wir haben auch eine ganz tolle Akitahündin... die is aber auch schon als Welpe dabei. Die ist wirklich super!! Sicher hat jeder Hund auch seinen ganz eigenen Charakter. Aber ich denke auch, dass oft zu viel Wind gemacht wird, um bestimmte Rassen. Ich fahre am besten mit: Er hat vier Beine, er hat ne Rute, er bellt... ER ISSN HUND!! Und so werden meine Hunde auch behandelt. Mir is wurscht, ob das ein Sage Kochee, ein Briard oder ein Rotti is... Wichtig is nur, dass ICH das letzte Wort haben, dann haben wir alle keinen Stress. Und die Leute, die mir unterstellen, dass ich Machtgeil wäre und deshalb solche Hunde hätte, den kann ich nur sagen... "Selbst wenn das so ist, dann scheint es ja genau das zu sein, was Hunde brauchen, um glücklich zu sein, denn meine Hunde sind kontrollierbar!"
Lieber Gruß
Alex