Vielen vielen Dank für eure Beiträge!
Sie machen es mir leichter genau zu erklären was ich meine. Ihr sitzt gerade in einem "inneren Film" und mit etwas Glück schaffe ich es euch aus dem Kino zu bekommen, denn genau im Kino liegt die Problematik solcher Situationen, wie im ersten Posting beschrieben.
Ihr kennt Hundetrainer, ihr kennt Schulen und besitzt in eurem Kopf Bilder, ich nenne das Filme, zu besagten "Dingen". Diese Bilder projeziiert ihr gerade wubbs auf mich und in diese Situation, wertend und emotional-> eskalierend aus Hundesicht.
Objektiv und wertfrei: Ich stelle zwei Fragen, mit korrekter Syntax und OHNE Hintergedanken, was für eine Antwort ich bekomme, da ich den Schreiber nicht kenne und nicht life sehe, sonst könnte ich Mutmaßen, da sein Körper mit mir kommuniziert. Weder möchte ICH diese Fragen zum Ende hin beantworten, NOCH möchte ich sie in Kategorien, wie richtig oder falsch sortieren. ICH wollte lediglich wissen, wie sich Claudi gefühlt hat in dieser Situation, denn zum Ende hin fühlte sie sich stolz, dass konnte ich aus dem Posting erfahren und auch, dass sie bei Beginn des ganzen schon im Kino saß und ein Film für sie begonn.
Ihr macht daraus nun: Eine fremde Person ergötzt sich daran, dass andere unwissend sind, um sich dann besser zu fühlen oder aus welchem Zweck auch immer. Denkt zu glauben, welche Interessen ich womit verfolge, da ihr diese Situationen kennt
Mal übertragen auf leinenaggressive Hunde:
Euer Hund hat zum ersten Mal einen anderen Hund angebellt. Ihr ward verwundert, wieso hat er das jetzt gemacht? Ihr wisst es nicht, diese Situation tritt am nächsten Tag bei einem anderen Hund auf, und zack habt ihr nen Film bezahlt, denn euer Hund zeigt dieses Verhalten nun öfter, ihr fühlt euch unsicher und hilflos und nun ist jede Hundebegegnung besagter Film, erst sind es nur Rüden, dann macht er dies bei der ersten Hündin usw. usf. Ich hoffe ihr versteht, worauf ich hinaus möchte.
Ich, als Trainer für Menschen mit Hund, bemühe mich nun zunächst den Film des Menschen zu erkennen und ihn ggf. zu überspielen, generell muss der Mensch aber selber das Werkzeug ins sich finden, womit er seinen Hund führen kann. Das kann ihm nämlich niemand geben, dass ist in ihm, denn nur er weiß, wer er ist.
Wichtig dabei ist, sich selber in Frage zu stellen und darauf zu schauen, dass man sieht, wenn etwas NICHT funktioniert, erlaubt ist nämlich alles. Daher werdet ihr weder hier, noch in live von mir TIPS bekommen, weil die nämlich meist wenig nützen, bzw. es im Endeffekt verschlimmern und demotivieren. Bei A,b und c hat das nämlich super geklappt mit dem Halti- ICH bin dafür nur leider zu blöd/unfähig usw. usf.
Ich möchte dich nicht drücken und demotivieren, Claudi, sondern dir zeigen, dass du was drauf hast, weißte eh selber.
Zu dem Schuleding und dem Diktat. Wenn ich mit meinem Sohn 30-40 mal übe und er es trotzdem nicht kann. JA, dann überdenke ICH etwas und zwar nicht die Schule oder meinen Sohn oder das Diktat an sich, sondern mich und meine Methode mit ihm zu üben

Wenn das überheblich ist, JAU, dann bin ich der überheblichste Mensch auf Erden!
Da dir Claudi gerade etwas vorgefilmt wurde bitte ich nochmal um die Beantwortung der Fragen und formuliere sie einfach etwas um:
Was meinst du denkt dein Hund, wenn er sich von dir losreißt und wie fühlst DU dich dabei?
Was meinst DU hat dazu geführt, dass dein Hund gehört hat, als er bei dem anderen Hund war?
Wenn der Grund wäre, dass er den Hund interessanter findet als dich, dann wäre er ja nicht gekommen, oder?
Was ist also das Ziel seines Handelns aus seiner Sicht?
Um es NOCH deutlicher zu machen ein Beispiel von mir:
Ich besitze Windhunde und Podencos, Sichtjäger und überall steht, ableinen bei Wild usw. unmöglich, wenn die was sehen sind die weg und du stehst da.
Ich habe meine Hunde immer abgeleint und sie blieben immer da, ich lernte viele andere Windhundleute kennen und ließ mir einreden, dass sie eben noch nicht angekommen seien nach 4 Monaten, das mit dem weglaufen würde noch kommen. Natürlich kam es dann auch so, dass sie hinter etwas hergegangen sind. Für jeden wäre das nun normales Verhalten und er hätte Angst um seine Hunde und auch, dass er sie niemals wieder ableinen kann und flitzen sehen. Weißt du was mein Empfinden in diesem Moment war?!
Wieso lasst ihr mich alleine?
Ich war richtig enttäuscht von meinen Hunden, fühlte ich mich doch davor so stark mit ihnen verbunden, als könnten wir gegen den Rest der Welt ankommen, wenn wir nur wollten.
Ich kaufte ANtijagdbücher usw. usf. habe superpfiff und alles konditioniert, ja das klappte auch, wenn ich IMMER aufmerksam war, ALLES vor ihnen sah- Miteinander war da wenig mehr.
Und trotzdem liefen sie weg.
War ja normal, sind eben Windhunde.
Ich kann dir nicht den Wendepunkt sagen, ich glaube es war mein erster Podi, die mir wieder klar machte, dass wir zusammengehören. KEIN Hund möchte weglaufen von seinem Menschen, außer es wird ihm suggeriert oder Bedürfnisse werden vernachlässigt.
Ich bin nicht der Führer oder Alpha. Ich bin ein Mitglied einer wundervollen Gemeinschaft, in der ICH jeden einzelnen respektiere und aufgrunddessen ICH respektiert werde.
Nicht mehr musste ich erkennen, und keiner meiner Hunde läuft hinter irgendetwas her, außer ich mache mit.
Dh ich möchte nicht das Verhalten des Hundes ändern, sondern die Sichtweise, weil das nachhaltig ist, aber mehr Kraft kostet und für viele auch zu schmerzhaft ist. Denn erkenne das Fehlverhalten deines Hundes, erkenne, was es mit dir zu tun hat, erkenne dich selbst und ändere an dir, was du am Verhalten deines Hundes geändert haben möchtest.
Mir ist bewusst, dass nicht alle dies verstehen oder möchten oder gar können, aber einen Versuch ist es auch virtuell wert.
In diesem Sinne euch einen wundervollen Regentag, Nanette