Interessant, was ich da für eine Diskussion ausgelöst habe *lach* Ich wusste gar nicht, dass das auf den Rücken drehen so angefeindet wird.
Ich hatte mal ein einschneidendes Erlebnis, da ist meine "Kleine" als sie knapp zwei Jahre alt war vor einer Bäckerei mit einem kompletten Fahrradständer abgehauen. So nem Teil, wo vier Räder reinpassen. Hatte sich vor irgendwas erschreckt, ich weiß bis heute nicht, was es war. Anfängerfehler von mir, weil ich nie gedacht hätte, dass sie mit dem Teil lossprinten könnte, wenn sie erschrickt. Jedenfalls ist sie dann in Panik geraten, hat auch nicht mehr auf mich reagiert und entschwand über eine Hauptstraße und ich dachte, den Hund seh ich nur tot wieder...Gott sei Dank ist sie aber heil in den angrenzenden Park gelangt, hat auf dem Weg dahin auch den Fahrradständer verloren, weil sich der Karabiner der Leine löste. Dort wurde sie von einem Hausmeister "gestellt", der auch gleich die Polizei rief. Dann umstellte man - so wurde mir berichtet - zu dritt den Hund und kreiste ihn ein. Klar, dass sie voller Paniok bellte. Ich weiß das, weil glücklicherweise ein Freund von mir des Weges kam, den Hund erkannte, mich auf dem Handy benachrichtigte und die Beamten davon überzeugen konnte, dass der Hund zwar schwarz und groß ist - mehr aber auch nicht.
In der Folge knurrte sie aber JEDEN Mann an, den wir trafen. So richtig mit Bürste von vorne bis hinten und Zähnefletschen und ließ sich davon kaum abbringen. Also "Aus" half nix. Rempeln half nix...Es war nahezu unmöglich, mit ihr irgendwo lang zu gehen. Daraufhin bin ich total verzweifelt zu einer Hundetrainerin, immerhin waren wir davor ein duftes Team gewesen. Dachte ich...
Die hat uns ne Weile zugeschaut, hat dann MICH auf den Topf gesetzt, weil ich keine eindeutigen Anweisungen gab, zu inkonsequent war und mir der Hund im Nahbereich nicht gehorchte. Und dann ging der preußische Drill los, wie ich es nenne. Sie hat damals zu mir gesagt, dass es Hunde gibt, die eine starke Führung brauchen, sonst übernehmen sie das selber. Und wir hatten seinerzeit die Situation der Rangumkehr, weil sie festgestellt hatte, dass ich sie nicht ausreichend schützen konnte.
Ich hab mehrere Wochen gebraucht, bis wir uns darauf geeinigt hatten, dass sie nicht andere Leute anknurrt, sondern Bei-Fuß-kommt, wenn sie unsicher ist, und dass sie aufs Wort gehorcht, wenn ich etwas sage: EINMAl sagen, dann Hund knuffen und wenns dann nicht klappt handgreiflich werden, also den Befehl durchsetzen. Und notfalls lag sie dann eben auch mal unten und ich oben drauf und das auch notfalls mitten im Gespräch mit anderen Hundehaltern oder im strömenden Regen im Matsch. Ich wollte ja unbedingt einen Hund haben...

War nicht schön, aber hat geklappt. Und nachdem ich dann wusste wie es geht, konnte ich auch den zwei Jahre alten, überhaupt nicht erzogenen Eurasier meines Freundes norden, nachdem wir zusammen gezogen waren.
Keiner der Hunde ist duckmäuserisch, handscheu oder sonst irgendwas in der Hinsicht. Sind eben zwei selbstbewusste Tierchen mit andalusischen Eseln unter den Vorfahren
Nur mal zur Erklärung, weil ich hier keinen falschen Eindruck hinterlassen möchte...
Liebe Grüße
Sibylle