Grüüß euch,
ich bin zwar keine Frau

möchte mich aber dennoch auch zu diesem Thema äußern.
Zunächst einmal ein paar kleine Infos: Als Jugendlicher war ich Sportschütze, ein Freund war ein Waffennarr, beim Bund war ich auch, später trieb ich mich in der Survivalszene herum in welcher
ständig über Schußwaffen diskutiert wird

, ich mache extremere Selbstverteidigung (ein Gemisch aus Krav Maga, WT und Systema... wem das etwas sagt) und etwas über 10 Jahre lang war ich in der Reenactment / Living History - Szene, in der mit Stahlwaffen recht große Schlachten geführt werden.
All das führte bei mir zu folgenden Einstellungen:
- Schußwaffen gehören von mir aus komplett abgeschafft. Durch den indirekten "Kontakt" mit dem Ziel wird das töten immer virtueller, die Einstellung ändert sich mit der Zeit dahingehend daß die Hemmschwelle immer geringer wird, vor allem das Umbringen wird immer unpersönlicher. Das Problem ist auch, daß man sich durch den von der Schußwaffe geschaffenen Abstand einen Vorteil verschafft, einen Sicherheitsabstand welcher es so gut wie jedem erlaubt, damit herumzuhantieren.
Im Prinzip gilt das für alle Fernwaffen bis hin zu Atombomben.
- Man kann fast ausnahmslos alles als Waffe einsetzen.
Damit möchte ich ausdrücken, daß die Diskussion um Schußwaffenkontrolle zur Vermeidung von Straftaten bis hin zu Amokläufen vollkommen falsch angesetzt ist. Schußwaffen können ebensowenig etwas für ihren Mißbrauch wie Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Gartengeräte oder auch
Hunde.
Politiker und Medien suchen die Schuld an der falschen Stelle. Nicht Waffen oder Egoshooter oder Black Metal oder was sonst so alles vorgeschoben wird, sind Schuld an immer krasser werdenenden Gewalttaten, sondern die Akzeptanz von Gewalt im Alltag, in der Gesellschaft.
Wenn ich nur an die guten alten Western denke! Sicher wurden da auch Leute "erschossen", aber man sah kein Blut spritzen, die Kamera hielt nicht drauf, man weidete sich nicht am Anblick von offenen Wunden und schmerzverzerrten Gesichtern. Früher spielten wir Pacman und Asteroids, wir hatten auch Platzpatronenrevolver und schossen mit Gummis gefaltete Papierschnipsel auf dem Pausenhof umher. Hin und wieder gab es unter den Jungs auch mal eine Klopperei.
Dennoch gab es keine Amokläufe von Siebzehnjährigen, es gab das Thema Jugendgewalt nicht und kaum einer ist mit mehr als einem Schweizer Taschenmesser herumgelaufen.
Warum?
Weil die Medien anders waren, die Erziehung, die Werbung, der allgemeine Umgang miteinander.
Ich brauche mich nur um zwanzig Jahre zurück zu erinnern um die Entstehung für die heutige Form von Gewalt nachvollziehen zu können.
Nein, früher war auch nicht alles besser, das will ich nicht damit sagen. Aber früher war alles noch direkter und persönlicher. So schauten z. B. bei uns im Dorf auch die Nachbarn und die anderen Erwachsenen auf uns Kinder und Jugendlichen und erzogen so uns gewissermaßen mit. Auch gab es nur drei Kanäle in der Glotze, die Eltern waren Vorbilder und man sprach Zuhause und Erwachsenen gegenüber anders als in der Clique.
Das soziale Umfeld, die Gesellschaft war einfach anders und vor allem waren Jugendliche damals noch keine Zielgruppe für irgendwelche Industrien!
Will sagen: schärfere Waffengesetze oder ähnliches würden nur bewirken, was in der Medizin schon lange üblich ist - es werden nur die Symptome aber nicht die Ursachen bekämpft.
Wir sind hier in einem Hundeforum, daher ein kleiner Schwenk: Maulkorbpflicht, Sachkundenachweis für sog. "Kampfhunde", Leinenzwang usw. entsprechen eben genau diesem Muster des Symptome-retuschierens.
Besser wird dadurch nichts.
LG, HM