Na ja, weiß heißt "genau"? Nimmt man die Faustformel, hat man schon einen Spielraum von 2-3%, was durchaus in der Futtermenge einen merklichen Unterschied ausmacht (und auch hier kenne ich Ausnahmen die mit 1,5% gefüttert werden, oder besonders die Kleinsthunde mit 3,5%). Bei Hunden im Wachstum (im Höhenwachstum) geht man je nach Alter teilweise noch viel weiter rauf mit der Futtermenge (ggf. sogar 7% vom Körpergewicht). Von daher finde ich es wirklich etwas übertrieben, auch am Anfang, wenn man auf die Kommastelle Wert legt.
Wenn man keine Knochen füttert, muss man sich noch einmal mit der Berechnung des Kalziumbedarfs auseinandersetzen. Ich z.B. füttere nur selten Knochen, gebe darum Calziumcarbonat 2x täglich ins Essen. Das sind bei meinem 28kg Rüden 2,3g/Mahlzeit, beim Minihund 0,3g/Mahlzeit. Hier wiege ich wirklich immer mal wieder genau ab, wenns schnell gehen soll, wird aber auch das einfach nur so reingeschmissen oder eben gar nicht gegeben, wenn es richtig schnell gehen muss.
Wenn man es so genau machen will, müsste man eigentlich je nach Fleischsorte aufs neue anfangen auszurechnen. Ich finde es gut, wenn man darauf achtet, dass es im Groben stimmt was die Menge angeht, aber es sind lebende Organismen mit unterschiedlichen und auch wechselnden Bedürfnissen (z.B. erhöhter Nährstoffbedarf im Fellwechsel besonders bei langhaarigen Hunden), eine langfristige Fehlernährung sollte natürlich vermieden werden. Aber wenn es 3 Tage mal keinen Salat gibt, dafür aber 50g Möhrenbrei mehr, oder etwas in der Art, ist das aber kein Problem. Oder mal nur Fleisch, wenn einem das Gemüse ausgegangen ist. Oder mal gar kein Fleisch, weil man keins mehr im Haus hat.
Ich denke dabei nur an meine Zeit als Anfänger zurück. Einerseits geben einem genaue Pläne das Gefühl von Sicherheit, andererseits wird aber auch wieder verunsichert, weil man durch sowas meint, es müsse alles ganz genau sein. Dabei fallen mir all die Katzenbesitzer ein, die panisch zurückzucken wenn es um Katzenbarf geht - "NEIN! Das ist mir viel zu kompliziert!!"
... ja, da haben ein paar Leute wirklich effektiv dafür gesorgt, dass es unüberwindlich kompliziert erscheint. Hier ein Mikrogrämmchen Taurin, da eine Minimenge Vitamin XY, ein Hauch von Kalzium,... ich kenne Katzenbesitzer die ihre Katzen einfach mit Fleisch und einer Mikromenge Gemüse füttern, keinen riesigen Aufriss machen (und Nebenprodukte aus der Waschmittelherstellung füttern [künstliches Taurin]) und diese Katzen leben seit vielen Jahren damit wunderbar.
Bei Hunden wollten einige Leute diesen Aufriss auch schon anfangen, der Hund brauche auch Taurin, er brauche dies, er brauche das. Wie oft muss ich meiner Mutter den Zahn ziehen, nun schon wieder diesen oder jeden Zusatz für den Hund zu bestellen, weil sie doch gelesen hat, dass der so gut sein soll....
Tut mir leid, ist sehr lang geworden. Die Kurzbotschaft soll sein: Nichts übertreiben.
LG!