Meinen Text gelöscht ich Esel
Wie gesagt, freundlich und lieb ist Ronja, das ist wirklich nicht unser Problem.
Fakt ist nunmal aber, dass wir mitten in der Stadt wohnen. Ein Hund, der in der Stadt gestresst ist oder Angst hat, hat schlechte Karten.
Ich schrieb es schonmal. Wir sind nicht mobil. Ich noch weniger als mein Partner. Und da ich nicht mobil bin, gehts in den Wald nur zu Fuß. Um dahin zu gelangen, laufen wir aber 30-40 (uU auch 50) min durch die Stadt UND an der Straße. Sind wir dann im Wald, ist man schonmal da 4h unterwegs, sprich insgesamt kann man dann bis zu 6h unterwegs sein. Das ist natürlich traumhaft. Ist aber nicht realisierbar, denn bis ich im Wald bin, liegen meine Nerven blank, Ronja schon total nervlich und körperlich im Eimer. Ich merke es ja so schon, wenn ich länger als 30min mit ihr unterwegs bin. Haben wir viele Hunde getroffen, regt sie sich über die kleinsten Dinge auf. Und dann ist Zeit, abzubrechen. Dann müssen wir heim, sie im Eimer, ich im Eimer. Es wird dann gedöst für einige Stunden und dann isse wieder fit. Ich merke halt aber, da ICH ja den Hund vor mir habe, das viel zu viel Stress auf ihr (und natürlich mein) Gemüt schlägt und sie sich dann von Gott und der Welt nerven lässt.
Es ist ein Teufelskreis. Durch ihre Stadtangst komme ich nicht in den Wald. Wegen der fehlenden Bewegung ist sie nicht ausgelastet und sucht sich Ersatzbeschäftigung. Durch die Ersatzbeschäftigung wird Frauchen an den Rand des Wahnsinns getrieben. Durch den Wahnsinn des Frauchens ist Hund gestresst und vergisst das Koten und Urinieren draußen und machts stattdessen drinnen.
Es geht in allererster Linie darum, ihre Stadtangst zu mildern. Ich möchte sie ja nicht mit durch die Stadt schleppen, aber sie muss durch die Stadt, damit wir in den Wald kommen. Wir suchen ja außerhalb eine Wohnung, ist aber auch mit Hund schwer zu finden, das dürfte bekannt sein. Und eine Wohnung für 500€ oder mehr können wir uns nicht leisten. Also beginnt auch hier ein Teufelskreis.
Ich möchte Ronja schon loben.
Sie ist lieb zu Mensch und Tier, fremde Besucher dürfen ebenso die Wohnung betreten wie auch Bekannte. Und Alle werden überschwenglich begrüßt. Sogar Menschen die Angst vor Hunden haben, haben vor Ronja keine Angst, weil sie so herzlich ist.
Im Umgang mit den zwei Kindern ist sie herzallerliebst. Mit meinen Katzen und Ratten versteht sie sich auch bestens. Mit meiner Familie und meinen Freunden ebenso.
Sie verhält sich in der Wohnung bis auf wenige Momente absolut unauffällig. Gebellt wird in absolut erträglichem Rahmen und auch genervt wird nur wenig (was man halt unter nerven versteht

).
Nur das Problem Koten/Urinieren in die Wohnung und die Stadtangst erschwert mir die Freude am Zusammenleben mit Ronja.
Mein Partner und ich haben später kurz "Krisensitzung". Machen mal eine Pro und Kontra Liste. Nicht Pro/Kontra Ronja, sondern was besser für Ronja ist, NICHT für uns.
Und dann warten wir den Urlaub noch ab. Und sehen weiter.
Es geht mir hier nicht um uns, sondern um Ronja. Wenns nach meinem Kind ginge, würde Ronja bleiben, er liebt sie. Aber es geht um ihr Wohlergehen, nicht unsers.
Dennoch, egal welche Entscheidung fällt, wir werden weiter "unser Ding" durchziehen.
Da auch ich lese, habe ich mir die kritischen Stimmen angehört und verstanden.