Hallo,
was ich aus den Intensivtagen bei Anita mitgenommen habe, ist
1. Ruhe - innerlich ruhig und ausgeglichen sein (und nicht "jetzt mach der schon wieder...")
2. Führung ist Willkür, Beharrlichkeit ist nur innerhalb einer Situation gefordert,
3. wo ist der Anfang ? - einen Hund, der schon auf 180 ist, bekommt man mit den gewünschten Mitteln (d.h. ohne Gewalt und Gezeter) nicht zurück auf Null, d.h. man sollte genau beobachten, wo die Anfänge zB des unerwünschten Verhaltens liegen, und dort beginnen.
Auf Anitas Website gibt's einige Informationen. Es geht nicht darum, zu allem, was dort steht ja und Ahmen zu sagen. Aber ich finde, es wird ein Gefühl von innerer Ruhe und Souveränität vermittelt.
Die Kommunikation mit dem Hund wird über drei Stufen aufgebaut - grün als Information/Anweisung, gelb als Ankündigung (zisch-Laut (weil kaum Transport von emotionalen Schwankungen) und körpersprachliches Blockieren des Hundes) von rot - als Aktion (zisch-Laut und Berühren des Hundes im Schulterbereich). Ziel ist es, vorwiegend über grün zu kommunizieren.
Wenn wir in unbekanntem oder zB wildreichem Gelände unterwegs sind, darf mein Hund eine gedachte Linie zu meinen beiden Seiten nicht überqueren, d.h. sie läuft entweder neben oder hinter mir. Gleichzeitig rufe ich sie immer wieder freundlich ran, wenn sie zu weit hinten rumbummelt. Wir peilen einen maximalen Abstand von 5 m an. Um konkret beim Rehbeispiel zu bleiben: Wir laufen durch die Gegend, Ella oder ich oder beide sehen ein Reh. Ich gehe einfach weiter. Entspannt. Genau wie vorher, ohne Leine, ohne hektisch zu werden. Wenn mein Hund Anfänge zeigt, hinter dem Reh herzuwollen (Fixieren, Schwerpunkt schiebt sich nach vorn), bekommt sie ein Gelb. Wenn das nicht hilft (im Sinne von, der Hund ist mit den Ohren/Augen wieder bei mir und läuft weiter), kommt ein Rot. Wenn das nicht hilft, Rot und immer nur Rot (und nicht Schwarz = Gezeter, Gewalt und viel zu viel Aufregung). Wenn ich merke, dass ich mein Rot sehr intensiv einsetzen müsste, um an den Hund ranzukommen, hab ich den Anfang verschlafen. In so einem Fall würde ich ruhig anleinen, die Situation verlassen und überlegen, wo die Ansätze sind. So zB wenn der Hund aus dem Auto stürzt, sobald die Tür nur einen Spalt aufgemacht wird.

Alles mit Ruhe.
Ich merke, dass mein Hund viel mehr auf mich und meine Körpersprache achtet, ich kann ihr körpersprachlich "eine Einladung schicken", zu mir zu kommen oder ein Spiel anzufangen. Sie bleibt freiwillig in meine Nähe. Dass es natürlich nicht nur rosarote Tage gibt, ist klar. Aber (das war auch eine gute Erkenntnis aus den Intensivtagen), es zeigt, dass wir eine gute Beziehung haben, wenn mein Hund mies drauf ist, wenn ICH mies drauf bin
