Ich denke nicht, daß es irgendwelche Verdauungsprobleme geben kann, wenn Trocken - und Naßfutter gleichzeitig im Futternapf sind. Auch aus eigener Erfahrung, konnte ich keine Nachteile erkennen.
Viele angebliche Experten und offenbar sogar Tierärzte machen den Fehler und denken bei Stoffwechselvorgängen nur eingleisig und vergessen dabei die Komplexität der Stoffwechselvorgänge.
Insofern ist die Mutmassung , das aufgrund von unterschiedlichen Verdauungszeiten dieses oder jenes nicht zusammen gefüttert werden darf, mal wieder nur eine dieser unzähligen Myhten, die ohne Quellenangaben durch die Foren geistern. Es werden zwar fleissig Theorien und Behauptungen aufgestellt, aber nicht eine davon ist mit nachvollziehbaren Fakten untermauert .
Die " Verdauungszeit " angefangen von der Magenverweildauer ist von unzähligen verschiedenen Faktoren abhängig. ( z.b. viel oder wenig Fett, Rohfaser, Zerkleinerungsgrad und vieles mehr).
Daneben spielt noch die Bewegung nach einer Mahlzeit eine grosse Rolle, körperliche Belastungen unmittelbar nach der Fütterung , verzögern die Passagezeit, während Bewegung zu einem späteren Zeitpunkt das Gegenteil bewirkt. Mehrmalige Fütterung wirkt beschleunigend.
Wenn diese unterschiedlichen Verdauungszeiten tatsächlich ein Problem wären müsste man ja Fleisch , Fett, Gemüse, Kohlenhydrate immer sorgfältig voneinander trennen , da diese Bestandteile alle unterschiedliche Verweilzeiten im Magen haben . Die Fettverdauung im Magen dauert z.B.am längsten.
Ich finde man sollte daher nicht von einzelnen "superempfindlichen " auf alle Hunde schliessen. Sehr viele Hunde. ich behaupte mal die meisten, vertragen ohne weiteres ein Mischung aus Trocken- und Nassfutter.
Vor allem - warum sollte es generell ein Problem sein, dass ein Futter langsamer verdaut wird? Dann zieht sich halt der gesamte Verdauungsprozess in die Länge. Ich bin bei Trockenfutter eher deswegen zurückhaltend, weil man das Quellverhalten im Auge behalten sollte. Bei manchen Sorten tut sich kaum was, andere legen ziemlich an Volumen zu. Damit das nicht oder nur in geringem Maß im Magen-Darm-Trakt des Hundes passiert, verfütter ich Trockenfutter gerne zumindest halb-eingeweicht, trocken nur im äußersten Notfall.
Wir weichen unser Trockenfutter immer ein um genau die Quellwirkung ( die für den Hund ja nicht ersichtlich ist ) zu verhindern, außerdem können wir dabei dann auch gleich Lebertran, Eierschale und andere Nahrungsergänzungsmittel hinzu geben. Einer unserer Rüden hat mal ein ganzes Paket Haferflocken geklaut und gefressen und das ist für ihn echt schlimm gewesen und das möchte ich einfach nicht noch mal sehen.