Hallo Dodger,
finde es nicht schlimm, dass Du es Legleader genannt hast. Wollte es nur richtig stellen, damit es nicht zu Verwirrungen kommt.
Ich sehe das Halti nicht als Starkzwangmittel. Um das Halti wird immer ein Riesenaufriss gemacht, dabei ist es nichts anderes als ein Kopfhalfer, wie Pferde es seit eh und je tragen. Richtig angewandt und eingesetzt kann es in bestimmten Fällen eine Riesenerleichterung sein - aber auch meiner Meinung nach niemals eine Endlösung.
Habe da grade ein schönes Beispiel: Eine ältere Dame hat mich angerufen. Ihre Kinder haben einen Goldirüden. Dieser ist 10 Monate alt und pubertiert grade komplett. Nun sind beide Kinder (beide erwachsen) im Krankenhaus. Der Hund ist bei dieser älteren Dame, die nicht grade kräftig ist. Sie ist nicht die Besitzerin des Hundes, der Hund hat keinerlei Beziehung zu ihr und es wird auch nicht reichen - zeitmäßig, dass sie eine gute aufbaut. Nun hat der Hund diese 78 jährige Frau schon zwei Mal umgerissen, weil er gar nicht an der Leine gehen kann. Ich habe ihm jetzt ein Halti antrainiert. Mit dem kann sie ihn halten und an jeder noch so brenzligen Situation vorbei führen, ohne dass sie Angst haben muss, dass sie sich ebenfalls verletzt. Sie kommt ganz toll mit dem Halti klar und hat eine gute Führung.
dodger hat geschrieben:Die Atemwege der Nase werden damit zusammengedrückt und die Halswirbelsäule gestaucht.
Das kann ich so gar nicht unterschreiben. Wenn Du Dir oben auf die Nase drückst, hast Du keine Atemprobleme, weil da das Nasenbein ist. So ists auch beim Hund. Atemprobleme sind - entschuldige - völliger Unsinn. Die Halswirbelsäule wird bei richtiger Anwendung des Haltis weniger in Mitleidenschaft gezogen, als bei manchem Halsband. Erstens weil der Hund sehr schnell merkt, dass es ihm nichts bringt reinzugehen und das nach meinen Erfahrungen ohne, da komplett reinzurennen. Und der Hund wird ja auch nicht übers Halti geführt. Er hat noch immer ein Geschirr und ein Halsband um, hierüber wird er gehalten. Das Halti dient lediglich der Korrektur.
Ich bin generell und grundsätzlich dagegen IRGENDEIN Hilfsmittel zu verteufeln oder schlecht zu sprechen. Meiner Erfahrung nach tun das meistens die Menschen, die nie gesehen haben, wie ein Hilfsmittel richtig und gut angewandt wird und in bestimmten Fällen helfen.
In diesem Fall hier denke ich, könnte das Halti eine Möglichkeit für die erste Zeit sein, wo der Hund ja noch nicht optimal trainiert und somit auch nicht optimal kontrollierbar ist, an schwierigen Situationen, die man nunmal nicht immer umgehen kann, es für alle Beteiligten einfacher zu machen. ABER: Das Haltitraining und das "Zeigen wies geht" sollte immer ein Fachmann machen, der sich damit sehr gut auskennt.
Ich habe in den 12 Jahren wo ich mit Hunden arbeite ca. 50 Hunden ein Halti antrainiert für eine Übergangsphase. Bislang ist noch kein Hund der bei mir im Training war - und um ehrlich zu sein auch noch kein anderer den ich kenne - zu schaden gekommen, dadurch dass er ein Halti trägt.