hey,
wow, den Beitrag von Jenni muss ich erstmal verarbeiten - so lang hat mir ja noch niemand geantwortet - vielen lieben Dank erstmal für deine Zeit und Mühe (den anderen aber natürlich auch).
Nach einigem Nachdenken kann ich Gudruns Punkt schon verstehen, wenn man es so liest was ich geschrieben habe klingt das natürlich so, als ob hier ein körperliches "Schluss jetzt" sinnvoll wäre - aber das hab ich halt alles erfolglos schon exerziert - das hat nichts an ihrem grundsätzlichem Verhalten geändert, sie wurde mir gegenüber nur immer unsicherer und die Verhaltensweisen, die ich bestrafen wollte haben sich dadurch nicht geändert - eher hat's zu mehr Aggression geführt.
Ich weiss nicht ob's am Kauknochen lag oder der Situation an sich, sie wollte halt auch pennen, aber mit speziellen Hundeleckereien sind wir auch schonmal auf die Nase gefallen. Als sie ca. 6 Monate alt war, fing sie auf einmal an, so getrocknetes Fleisch vehement zu verteidigen. Einmal hab ich sie mir dann mal geschnappt und es ihr weggenommen und das Knurren durch einen Rückenwurf unterbunden - das war z.B. einer meiner "Erziehungsfehler" - ich war damals von der Situation total überrascht und auf die Idee, das über "tauschen" zu regeln kam ich gar nicht. Danach gab's noch 2-3 ähnliche Situationen (mit ähnlichem Ausgang für den Hund), deshalb haben wir (auch auf Anraten des Trainers) erstmal aufgehört, ihr solche Kauartikel überhaupt zu geben, außer ihr Handtuch (in das wir hin und wieder mal Futter eingewickelt haben) oder auch mal nen Kong. Je öfter wir sie damals gestraft haben, desto unsicherer wurde sie (und wir natürlich auch). Erst seit eher kurzerer Zeit geb ich ihr wieder Kartoffelstangen oder Büffelhaut, aber da ist sie auch nicht ganz so heiss drauf und das klappt eigentlich auch ganz gut. Aber im Grunde genommen habe ich vermutlich den Grundstein für dieses Verhalten genau zu diesem Zeitpunkt gelegt - sie hat sich da vermutlich gemerkt, ich nehm ihr was weg und tu ihr danach noch was an.
Aus kann sie, aber das haben wir nur mit ihrem Spielsachen eingeübt, da sie Kau-Dinge nur bekommt, wenn sie alleine ist - nach den früheren Erlebnissen ist mir das zu haarig. Wenn wir aber nach Hause kommen müssen wir ihr den Kram ja auch irgendwie wegnehmen, und das machen wir dann immer über einen Tausch, was nie ein Problem ist.
Spielsachen verteidigt sie gar nicht, da kann ich jederzeit dran und wenn sie mit ihrem Handtuch zugange ist und ich es nehmen will, legt sie sich beschwichtigend auf den Rücken.
Zu der Situation gestern - ich habe aufgehört zu streicheln, habe seitlich weggeschaut, bin aber nicht sofort gegangen. Dann hörte sie sofort auf, guckte mich aber weiter an. Wenn ich zurückgeschaut habe, brummelte sie sofort wieder. Ich denke wenn ich weitergemacht hätte, wäre es evtl. eskaliert. Mir fällt gerade eine Situation ein, wo ich sie gebürstet habe und sie dann auch anfing, mich scheel von unten anzugucken und brummte. Ich habe dann weitergebürstet und in der anderen Hand aber auch noch Leckerchen gehabt. Irgendwann ist sie dann böse geworden, schnappte in die Luft und rannte sofort ins Körbchen wo sie sich dann hingelegt hat und wegschaute. Da war ich so baff, da hätte ich ja auch schlecht hingehen können und weitermachen.
Das mit dem Bürsthandschuh ist eine gute Idee,vielleicht ist die Bürste auch negativ für sie belegt. Das Problem, die Bürsterei durchzusetzen liegt übrigens daran, dass sie dabei immer abhaut oder sich wegduckt (oder hüpft, je nachdem wo man anfängt). Im Körbchen bürste ich sie nicht. Sie knurrt nicht sofort drauflos, sondern haut immer erst ab, kommt aber kurz darauf wieder weil ich ja noch feine Sachen habe. Werden die Abstände zwischen den Leckerchen aber länger,äugt sie mich erstmal scheel an und irgendwann brummelt sie und verdrückt sich dann. Dieses "Fixieren" hat sie nur in der Situation gestern gemacht. Wenn ich sie festhalte, knurrt sie auch irgendwann. Ich hab das noch nie bis Ultimo durchgezogen, da ich Sorge hätte, die Situation würde wieder eskalieren und ich und der Hund wieder da landen, wo wir vor einem Jahr waren.
Rinderhaut wird leider nicht immer beachtet und wenn ich mit Leberwurstbrot ankäme, würde sie die Haut nie mehr zurücknehmen *grins* - da ist sie extrem heiss drauf. Aber die grundsätzliche Idee ist klar - ich werde auf jeden Fall mehr "tauschen", damit sie merkt, dass nur gutes von mir kommt (obwohl sie das eigentlich "wissen" müsste - ich habe sie nach den größten Problemen die wir bis vor einem Jahr haben fast 6 Monate nur aus der Hand gefüttert.
Vielleicht nochmal zur "Chronik der Probleme" - ich hab das bisher nur so bruckstückhaft erzählt. Die ersten 6-8 Monate waren wirklich problemlos, danach hatten wir die ersten Erlebnisse mit dem plötzlichen Verteidigen von tollen Futter"spielzeugen" und die ersten Konfrontationen, wo sie auch mal auf dem Rücken gelandet ist oder runtergedrückt wurde. Mit 11-12 Monaten ist sie dann läufig geworden und da gab es dann mal eine Geschichte mit einem Schweineohr bei unseren Eltern. Der Hund hat sich damit unter den Tisch verkrochen und es bewacht. Alle saßen um den Tisch herum und irgendwann fühlte sie sich bedroht und hat alle angeknurrt. Ich hab sie daraufhin geschnappt und erstmal aus dem Raum befördert. Da hat sie sich zitternd in ein anderes Zimmer verzogen und seither hatten wir das Problem, dass sie unsicher wurde, gebrummt hat wenn man mit der Leine kam oder sich ihrem Körbchen genähert hat. Dabei hat sie aber nie fixiert, sondern klare Zeichen der Unsicherheit und Angst gezeigt. Das wurde irgendwann so schlimm, dass wir gar nicht mehr wussten, wie wir den Hund zum Gassigehen rausbekommen sollten - dann hatten wir einen Trainer zu hause, der erstmal die Luft rausgenommen hat und uns die Ratschläge gegeben hat, nach denen wir heute verfahren - Handfütterung, Hund mehr ignorieren, nicht dauernd zuquatschen, Ruhe reinbringen, positiv bestärken, Hausleine anlegen um sie auch dann kontrollieren zu können wenn sie nicht kommt, sich trotzdem durchsetzen (auch wenn das nicht immer klappt) und so nach und nach ist es dann immer besser (mit Rückschlägen) geworden und heute sind wir eben auf dem Stand, dass eben alles gut läuft bis auf das leidige Bürsten und so Sachen wie gestern. Die Fellpflege lassen wir mittlerweile von einem Hundefriseur erledigen (wo aber einer von uns immer anwesend ist und auch mithilft). Sie ist dabei auch immer total ängstlich, aber hat dort eben weil sie auf dem Tisch steht auch keinen Rückzugspunkt und lässt dann alles über sich ergehen. Da wird übrigens nicht gebrummt (bzw wurde es bislang noch nie), sondern scheint sich irgendwann eher damit abzufinden und pennt dabei sogar fast ein. Ich denke mal wir haben es schon in der Welpenzeit falsch gemacht, vielleicht mit der falschen Bürste und ihr damit eine unangenehme Erfahrung eingeimpft.
So, das war's erstmal, ich hoffe es war nicht zu chaotisch.
Danke für's lesen
Marcel
PS - hier ist übrigens das Fellmonster
http://chondrowelt.de/gal/albums/dogs/bonnie1.sized.jpg
Ich meine, im Grunde genommen ist sie ein absolut lieber und verträglicher Hund ... wenn ich mir ihr spiele dann kann ich ihr im Maul rumgrabbeln und ihr die Zunge festhalten, da macht sie nix, es sind halt immer spezielle Situationen die problematisch sind. Wir lassen sie auch sorglos mit unserer Tochter alleine oder geben sie mal zu unseren Eltern.
[nachträgliches edit] @fuzzy
Sie apportiert leider gar nicht, wenn wir mit ihr draußen sind kann ich sie kaum ablenken, ich hab es wirklich schon mit vielen Dingen probiert. Wenn ich draußen mit ihrem Spielzeug wedel, ist das für 1-2mal total interessant, dann wird wieder nach anderen Dingen geschnüffelt. Im Garten ist das was anderes, da ist sie für jeden Hundespaß zu haben. Die große Freiheit hab ich ihr immer deshalb gelassen, weil sie kaum/keinen Jagdtrieb hat und es immer total schön ist, mit einem Hund draußen unterwegs zu sein, der wie ein kleiner brauner Satellit immer um mich herumflitzt. Aber dein Beitrag stimmt mich schon nachdenklich ...