Hm, eine Woche ist nicht wirklich viel Zeit fürs Training. Eine Idee hätte ich noch, aber die ist etwas kostspieliger. Da euer Hund sich hinter euch versteckt, bellt er aus Unsicherheit. Wieso er dieses Verhalten auch bei deinen Eltern zeigt, kann ich aus der Ferne natürlich jetzt nicht beurteilen, aber das ist jetzt auch eh zweitrangig. Ich gehe mal davon aus, dass euer Hund eine Decke oder ein Kissen/Körbchen als "seinen" Platz hat. Mein Rat wäre jetzt, diesen relativ offenen Platz durch eine Box/einen Kennel zu ersetzen. Für den Hund wirkt es wie eine Höhle, die wesentlich mehr Schutz für ihn bietet. Wenn ihr also so eine Box anschaffen solltet (besser wären sogar zwei, da ihr ja auch noch eine für den Laden bräuchtet), dann führt den Hund, sobald Besuch kommt, in seine Box. Dort hat er dann auch vorerst zu bleiben, bis seine obligatorischen fünf Minuten vorbei sind und er die "Eindringlinge akzeptieren kann, ohne dieses Angsgebell zu zeigen. Ihr seid aber diejenigen, die ihn aus der Box wieder entlassen und ihm "gestatten" den Besuch zu begrüßen. Bei jedem Anflug von erneutem Gebell muss er wieder zurück und wird auch erst wieder geholt, wenn er still ist und einen relaxten Eindruck macht. Kann er sich gar nicht entspannen, ist es sogar besser, ihn die ganze Zeit in der Box zu lassen.
Macht ihm die Box so schmackhaft wie möglich. Gebt ihm Leckerchen darin und legt ihm seine Spielzeuge rein. Ihr könnt ihn auch anfangs in der Box füttern. Wichtig ist, dass er sie halt als seinen Rückzugsort akzeptiert. Jedem Besuch wird auch untersagt, dem Hund zu nahe zu kommen, wenn er sich im Kennel aufhält, denn er soll sich darin absolut sicher fühlen und dann auch von keinem "Fremden" bedrängt werden.
Da Besuch normalerweise nicht einfach so zur Tür rein platzt, würde ich ihn schon beim Klingeln in die Box schicken. Für den Hund bedeutet das, er kann sich zurückziehen und euch alleine die Bewältigung der Situation überlassen. Dasselbe gilt für den Laden deines Vaters. Wenn ihr einen Türgong habt, dann soll dein Vater den Kleinen direkt mit dem Gong in den Kennel schicken.
Für das Klingel- und Gong-Training muss nicht einmal tatsächlich Besuch oder Kundschaft kommen. Trainiert es einfach oft "trocken", indem ihr einen Helfer vor die Tür stellt, der immer mal wieder alle paar Minuten schellt. Anfangs werdet ihr noch das Kommando "Box" (oder Decke, egal, wie ihr den Platz dann nennt") sagen müssen. Irgendwann wird der Hund Klingel und Box so miteinander verknüpfen, dass er sich automatisch in seine Höhle zurückzieht, sobald die Klingel ertönt. Der Vorteil beim Trockentraining ist, dass dem Hund der Stress des tatsächlichen Besuchs erstmal erspart bleibt und er lernt, das mit dem Klingeln nicht automatisch sofort "böse" Menschen ins Haus kommen. Im Moment dürften das nämlich schon seine ersten Alarmglocken sein und auch von diesem Trip (Klingel und Gong bedeuten wachsam sein und bellen) muss er erstmal runter kommen.
Auch diese Lösungsmöglichkeit ist natürlich ein ganzes Stück Arbeit und wird wohl nicht von heute auf morgen funktionieren, aber mit der Zeit dürfte euer Angsthase damit sehr gut zurecht kommen. Natürlich gilt auch hier üben, üben, üben.
Solltet ihr nicht sofort in zwei Boxen investieren wollen, könnt ihr natürlich für die ersten Tage und Wochen versuchen, einen richtig großen Karton zu bekommen. Das Wichtige ist ja schließlich nicht das Material, sondern das zu fast allen Seiten geschlossene System, das ihm das Gefühl von Schutz und Sicherheit vermitteln soll.
Ich bin gespannt, wie euer Kleiner auf eine Box reagieren wird, halte uns also bitte hier auf dem Laufenden
