wilma hat geschrieben:[...]
Ich hab halt nur darüber nachgedacht, das man ja immer sagt, das es keine "Kampfhunde" gibt sondern das der Mensch etwas schlechtes aus seinem Hund macht. Das man also völlig Rasse unabhängig was gutes oder auch was schlechtes aus seinem Hund machen kann.
Wenn ich mir dann überlege, das ich Wilma clonen lassen würde, und dann darüber nachdenke, das ich versuchen würde was anderes aus ihr zu machen als sie jetzt ist, ich kann mir nicht vorstellen das das geht. [...]
Hallo!
Ich bin auch absolut keine Expertin auf diesem Gebiet, aber ich versuche mal über das Thema "Züchten" an die Sache ranzugehen.
Es gibt ja viele verschiedene Hunderassen, die alle bestimmte Merkmale aufweisen. Bei den Jagdhunden ist das z. B. der Jagdtrieb, bei Schutzhunden der Schutztrieb , bei Hütehunden der Hütetrieb (weiß nicht, ob die wirklich so heißen) usw. usf.
Bei den sogenannten Kampfhunden sind z. B. die Unerschrockenheit, das verminderte Schmerzempfinden, der Tötungswille stark hervorgezüchtet worden.
Diese Merkmale werden bei der Zucht dadurch gefördert, dass zwei Hunde, die diese Merkmale besonders stark aufweisen, miteinander verpaart werden, sodass die Kombination der Gene der Elterntiere dann im Idealfall quasi ein doppeltstarkes Gen beim Nachwuchs ergibt.
Ziel des Ganzen ist, dass die Nachkommen dieses Merkmal noch stärker aufweisen, als die Elterntiere.
Im Endeffekt ist das der Versuch, die rassetypischen Gene weiterzugeben und zu stärken.
Hier vererben sich also Eigenschaften. Genauso, wenn nicht sogar noch stärker, wird das beim Klonen sein. Da werden die Gene ja quasi 1 zu 1 vererbt. Deshalb denke ich, dass die rassespezifischen Merkmale beim geklonten Hund die gleichen sein werden.
Allerdings spielt die Erziehung meiner Meinung nach eine riesengroße Rolle. Sonst wären ja alle Schäferhunde, alle Labradore, alle Dackel, Pudel, Afghanen, Chow Chows usw. innerhalb ihrer Rasse gleich und man könnte bzw. müsste keinen dieser Hunde erziehen.
Dass dies nicht der Fall ist, kann eigentlich nur daran liegen, dass die Tiere unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben und von unterschiedlichen Leuten erzogen wurden. Ich beobachte bei meiner Hündin Laya z. B. auch, dass sie, obwohl sie "schon" fünf Jahre alt ist, immer wieder dazulernt bzw. ihr Verhalten ändert, je nachdem, wie und was ich ihr zeige.
Und die Vorbildfunktion des Rudelführers ist auch nicht zu verachten, wie man hier ja auch in sehr vielen Threads lesen kann.
Die angezüchteten Eigenschaften sind zwar immer im Hund vorhanden, wenn diese jedoch gar nicht gefördert werden, denke (und weiß) ich, dass auch ein "Kampfhund" lammfromm sein kann. Wenn die falschen Eigenschaften in einem Hund gefördert werden, kann also beispielsweise auch ein gemeinhin als Familienhund bezeichneter Golden Retriever gemeingefährlich und bissig sein.
Fazit: Die rassetypischen Merkmale müssten (rein theoretisch) schon fast identisch durch das Klonen weitergegeben werden, die Frage ist nur, was man daraus macht (oder auch nicht).
MfG Steffi und Laya!
P. S.: Bei Laya z. B. gibt es einige rassetypischen Sachen, die ich ihr absolut nie abgewöhnen können werde (z. B. Steinchen aus Fluss holen --> Labrador --> Apportiertrieb --> gezüchtet, um Fische aus Wasser zu holen) und wieder andere, die ich ihr mit viel Geduld und Nerven (fast) abgewöhnen konnte (z. B. Jagen --> Labrador --> Jagdtrieb --> gezüchtet, um zu jagen). Zwei rassetypische Eigenschaften, die beide vorhanden sind, jedoch aufgrund der Erziehung ganz unterschiedlich stark ausgeprägt.
