Einfach mal ein Beispiel von vorhin:
Ich habe derzeit einen Gasthund, der bei seiner Besitzerin an der Leine zieht, an der Leine Menschen und Hunde anpöbelt und gerne mal seine eigenen Wege geht.
Das Ziehen an der Leine haben wir in den ersten Minuten geklärt. Dadurch haben sich auch die eigenen Wege erübrigt. Jetzt bleibt noch ein wenig vom Pöbeln, was wir in den nächsten Tagen sicher auch schaffen. Nur: Ich habe ja noch einen eigenen, also zweiten Hund mit dabei. Kiara als Zicke meint nun, nicht nur einen auf Rudelpolizisten machen zu müssen, sondern auch den Gasthund zurechtweisen zu müssen. Was ich damit sagen will: Nur weil dein Ersthund vielleicht jetzt super ist, heißt es nicht, dass sich sein Verhalten nicht ändert, wenn ein Zweithund dazukommt.
Du siehst, zwei Hunde machen keineswegs weniger Arbeit. Ein Hunderudel entwickelt immer eine ganz eigene Dynamik und mit Pech hast du nicht nur einen Hund, der Hasen jagen geht oder anderen Mist baut, sondern gleich mehrere. Allein beim Füttern brauche ich einige Zeit mehr, beim Abtrocknen nach dem Spaziergang erst recht und beim Knuddeln auch.
Ein Rudel zu führen macht viel Spaß, aber du musst deine Antennen immer offen haben. Wenn du nicht genau aufpasst, haben die beiden schon abgesprochen, bevor du überhaupt davon mitbekommen hast.
Zwei Hunde mit in den Urlaub zu nehmen oder einen Urlaubsplatz für beide zu finden ist deutlich schwieriger als nur einen, mit zwei Hunden Bahn/Bus etc. zu fahren ist nicht immer lustig, da viele Menschen nicht einsehen, dass auch ein Hund (bzw. zwei) irgendwie Platz brauchen, um sich hinzulegen. Etc. pp.
Mein Tipp: Schau doch mal, ob du im Bekanntenkreis oder über verschiedene Internetportale für 2-3 Wochen einen Gasthund "bekommen" kannst. Danach überlegst du dir das Ganze noch einmal - es kann immer noch schief, aber du weißt dann wenigstens wirklich, was auf dich zukommt.