SaKiGuNi hat geschrieben:Wir hatten evtl. vom Optischen an einen Jack Russel Terrier oder Zwergpinscher gedacht, aber da sind wir noch flexibel. Fest steht aber, dass es kein großer Hund sein und er kein langes Fell haben soll.
Hallo Sandy,
Wenn ich das lese, dann muss ich sagen, dass die Optik zwar eine große Rolle spielt, aber das Zuchtziel einer bestimmten Rasse (bzw. die Unterschiede der Zuchtziele bei Mixen) sollte aus meiner Sicht ausschlaggebend sein, denn die Rasse bestimmt einen erheblichen Teil des Verhaltens und auch Wesens. Wollt ihr einen Familienhund und einen Schmuse- und Tobehund, dann solltet ihr vorsichtig sein mit Rassen, die für den Jagdgebrauch gezüchtet würden, auch mit solchen, die als Herdenschutzhunde gezüchtet würden, ebenso solchen, die für Wächterszwecke gezüchtet wurden und solchen, mit denen vorwiegend Schutzdienst ausgeübt wird und natürlich deren Mischungen, die manchmal die reinsten Wundertüten sind.
An eurer Stelle würde ich mich über den VHD mal zunächst über die einzelnen Rassen und deren Eigenheiten informieren oder zu einer Hundeausstellung gehen. Im Oktober findet in Dortmund eine ganz große statt.
Auch wenn für euch Größe und Felllänge längst feststeht, gebe ich doch einiges zu bedenken. Warum soll der Hund nicht groß sein? Warum nicht mittelgroß (Retriever, Labrador etc?) Kein langes Fell haben? Kinder lieben die Weichheit eines Fells. Ein kleiner Hund braucht genau so viel Beschäftigung und Bewegung wie ein großer - je nach Rasse.
Ich arbeite mit einem Hovawart als angehenden Therapiehund. Er flößt weder den Erwachsenen noch den Kindern Angst ein und haart keinen Deut mehr als ein Kurzhaarhund. Nur lassen sich die wenigen Haare, die er verliert, wegen der Länge leichter entferne, weil diese Rasse z:B. nur wenig Unterfell hat. Aber Kinder respektieren einen großen Hund eher als einen kleinen, der manchmal sehr als Spielzeug herhalten muss, dann auch überfordert wird unf leicht giftig wird.
Ein Familienhund mit Kindern (und deren Freunden etc) muss schon sehr viel aushalten. Deshalb rate ich euch auf jeden Fall, an einen Hund mit einer hohen Reizschwelle zu denken, der auch das Nervenkostüm für Kinder hat. Für die Prägung und Erziehung und tägliche Arbeit bist sowieso du oder ein anderer Erwachsener zuständig. Das kann man nicht an Kinder deligieren. Das Gassigehen ist auch kein Bummelgang, sondern dort lernt der Hund in den ersten Monaten, sich draußen angemessen zu verhalten. Und das lässt sich nicht mit Leine und "Nein, Pfui etc" bewerkstelligen. Das Spielen mit Kindern und Hunden kann auch nicht ohne Aufsicht passieren, denn am Anfang sollte z.B. die Beißhemmung aufgebaut werden...Also wenn du es dir zutraust, einen Hund für deine Familie anzuschaffen und diesen auch mit soviel Liebe und Aufmerksamkeit artgerecht aufziehen kannst, dann hast du die nächsten hoffentlich 10-15 Jahre ein wunderbares Familienmitglied und deine Kinder eine wahre Freude, wenn es die richtige Rasse, eine gute uund fachgerechte Zuchtstätte und ein gesunder Hund ist. Sollen sich lediglich die Kinder damit beschäftigen, sollten sie lieber einen Stoffhund zu Weihnachten erhalten und später vielleicht mal einen Tierheimhund Gassi führen.
Das war vielleicht ein wenig schroff, aber ein Hund ist ein Lebewesen, das immerhin viele Jahre gern bei seinen Menschen sein will. Und vor der Anschaffung steht eine ausführliche Information über die möglichen Rassen und Sachkenntnis über die Haltung, Erziehung, Ausbildung und Bedürfnisse des Tieres, wenn man das Risiko minimieren möchte. Ich finde es gut, dass du hier einen Anlauf startest.