Hallo Fritz,
Fritz hat geschrieben:... Das Problem ist , sie aus größerer Distanz zurück zu pfeifen ,wenn sie irgend etwas besonders begeistert hat .
Gestern wieder war sie plötzlich verschwunden .
Pfeifen hatte keinen Erfolg , nach langem suchen mußte ich sie aus großer Distanz von einer Strandpartie abholen, bei der sie gerade Kartoffelsalat bekommen hatte . ...
Isabel hat geschrieben:... Warum lässt du sie erst in diese Distanz kommen? ...
ich würde die Frage umstellen.
Warum geht sie in die Distanz???
Hunde reagieren auf Reize, wenn du keinen Interessanten Reiz für dein Hund bist/hast sucht sie sich anderweitig welche.
Die Reizangel fördert die Beziehung zwischen Halter und Hund.
Du löst mit der Reizangel einen Reiz aus und konditionierst deinen Hund dabei.
@Genna
Join-UP TRaining:
Ist ein Führungstraining für Pferde. Kommt Ursprünglich vom Westernreiten, ist in Europa durch Monty Roberts bekannt geworden.
Hier der LINK:
http://de.wikipedia.org/wiki/Join-Up-MethodeReizangeltraining:
Link-1:
http://dogranch.homepage.t-online.de/Reizangel.htmText-2:
Hier ist der Autor leider unbekannt, habe diesen Text von einer Bekannten Trainerin bekommen.
Reizangeltraining und Impulskontrolle
„Wie am Schnürchen“ – Vielseitigkeit mithilfe der Reizangel
Reizangeltraining bietet die beste Möglichkeit, Impulskontrolle und Gehorsam am bewegten Objekt zu trainieren und dadurch das Jagdverhalten des Hundes zu modifizieren!
Einweisung in die Arbeit mit der Reizangel
Ich habe mir den Umgang mit der Reizangel selber beigebracht.
In erster Linie sollte die Reizangel eine Steigerung der Impulskontrolle sein. Inzwischen habe ich festgestellt, wie vielseitig sie einsetzbar und wie hilfreich sie im Training mit meinem Hund ist!
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal hervorheben, dass jedem Hundehalter bewusst sein muss, dass man mit dem „Antijagdtraining“ durchaus den Jagdtrieb des Hundes unterstützt, man nutzt den Trieb erzieherisch und schafft eine enge Bindung. Man lastet den Hund körperlich und geistig aus, indem man eben den Trieb nicht wegerzieht, sondern ihn kontrolliert.
Es gibt auch die Möglichkeit durch „Aversionstherapie“ den Hund vom Jagen abzuhalten. Je stärker der Trieb, desto stärker muss der negative Reiz sein, der mit dem Trieb verbunden wird. Ich persönlich halte nicht viel davon, sofern es sich um keinen jagdlich geführten Hund handelt.
Natürlich nutzt man auch Verbote, z.B. wenn sich der Hund eigenständig ins Gebüsch verzieht, aber in erster Linie unterstützt man den Trieb durchaus.
Aber, wie gesagt, man kann durch das Training den Trieb kontrollieren, oder sagen wir, je nach Hund kann man das Verhalten weitgehend kontrollieren.
Ich kann dir ja mal zwei mögliche Anfänge schildern.
Voraussetzung: ein verhältnismäßig guter Grundgehorsam und Impulskontrolle.
a) Vorstehen:
Den Hund sich völlig frei bewegen lassen und den Dummy an der Reizangel langsam bewegen.
Sprintet der Hund sofort auf den Dummy zu, Dummy hochnehmen.
Hund lernt: So funktioniert das nicht.
Je nach Art des Hundes beginnt er irgendwann, sich eine andere Strategie auszudenken.
Sollte der Hund das Interesse verlieren, muss man etwas helfen.
Hält der Hund von sich aus kurz inne, legt sich hin oder schleicht sich gar an, bestätigen (z.B Click) und ein Hetzsignal geben (z.B. Tock). Jetzt darf der Hund den Dummy an der Angel hetzen und auch erbeuten!
b) Wenn Hund von allein nicht auf die Idee kommt, zu stehen:
Den Hund ins Down ablegen und langsam den Dummy an der Angel bewegen. Hält der Hund es ein paar Sekunden aus, Click und Tock.
Sprintet er von allein los, Dummy sofort hochnehmen.
Auf die Weise lernt der Hund durch Versuch und Irrtum, sich an dir zu orientieren!
Wichtig ist, dass ein unerlaubtes Hetzen vermieden werden muss, da es Rassen gibt, die bereits das Hetzen als Belohnung empfinden. Eine gute Reaktionsgabe ist hier also nötig.
Es eignet sich zu Beginn, einen Futterdummy an die Angel zu binden, damit man den Hund auch fürs Erbeuten und Bringen der Beute belohnen kann.
Viel Spaß
Das Abbrechen des Hetzens ist für einen Hetzjäger das aller aller aller schwierigste.
Ich habe mit der Reizangel angefangen, um die Impulkontrolle am bewegten Objekt zu verbessern, sprich... Bewegungsreiz kommt, Hund muss vorstehen/ sich hinlegen und nach einiger Zeit des Ausharrens durfte sie Hetzen und Erbeuten.
Das kann man beliebig ausbauen... Bewegungsreiz liefern, Hund muss vorstehen, dann aus dieser Situation z.B. ins Fuß holen und am bewegten Objekt vorbeigehen, dann TOCK.
Die Schwierigkeit kann man auch erhöhen, indem man den Dummy verschiedene Bewegungen machen lässt, einen Helfer auch mal damit los schickt, dass er damit Plötzlich wegrennen soll... Hund muss vorstehen, dann erst Tock...
Den Hund erstmal ins Hetzen zu bringen und dann das Hetzen Abbrechen.... das würde ich für mich so wie so niemals üben, da das Hetzen für mich als Belohnung fürs saubere Vorstehen gilt.
Sprich... ich bringe ihr über Monate bei, dass sie bei einem Bewegungsreiz gar nicht erst losgeht!
Das Losgehen ist dann die Belohnung.
Diesen Zustand würde ich nicht abbrechen. Ich verstehe aber, warum das für einige ein so erstrebenswertes Ziel ist... dennoch... ich würde, der Kontrolle im Alltag zuliebe, eher viel an der Impulskontrolle vorm Hetzen arbeiten, als mich darauf zu verlassen, dass ich eine so hohe Reizlage im Alltag abbrechen kann...
Die Frage ist eben... wo möchte man mit der Kontrolle des Jagdverhaltens ansetzen.
Und ganz ehrlich? Ich hab die Erfahrung gemacht, dass wirklich passionierte Jäger beim WILDhetzen trotz perfekt aufgebautem Superpfiff nicht zum Stehen gekommen sind... zudem möchte ich ja gar nicht, dass mein Hund unabhängig von mir Selbstbelohnendes erfährt... und lasse ich es darauf ankommen, dass er erst loshetzt, ist das bereits belohnend genug.
Also ne Not-Absicherung finde ich sinnvoll... aber die sollte handlungsunabhängig gefestigt werden.
Ich verwende einfach grundsätzlich im Training lieber mehr Energie darauf, das Hetzen zu vermeiden, anstatt ne Hetze abbrechen zu können.
Aber das ist und bleibt letztendlich Geschmackssache... meine komplette Jagdverhaltenskontrollerziehung (haha) basiert eben auf der Jagdprophylaxe.
Hetze gibts nur, wenn sich der Hund an mir orientiert, auf mein Zeichen wartet.
Immer!!
Grundsätzlich!!
Niemals eigenständiger Erfolg (und Hetzen ist Erfolg2).
Und auf diese Notbremse würd ich mich im Notfall eher verlassen, als auf einen trainierten Hetzabbruch.
Ja, eigentlich soll es dann (schlussendlich) darauf hinauslaufen, dass der Hund anzeigt, anstatt loszusprinten.
Je nach Möglichkeiten und je nach Hund... Wenn meine doch mal ansetzt, reicht ein Stop... wurde so auch im Training gefestigt... aber eben im Ansatz... nicht, wenn sie schon hetzt.
Im schlimmsten Fall kann ein jagdambitionierter Hund eben nicht mit auf Ausritte kommen, weil du da wirklich zu wenig Kontrolle hast... dann würd ich das eher unter „ist halt so“ verbuchen, anstatt es darauf ankommen zu lassen, dass der Hund doch mal loshetzt...
So ist das mit Jagdhunden... man muss Abstriche machen.
Viel Spaß beim Lesen und Üben !
lg